Endlich richtig surfen

Im Internetcafé der Diakonie-Beratungsstelle gibt‘s auch Tischtennis

+
Nazir Ahmad Hakimi (vorn) und Hussein Mohammed Mohamoud testen hier fürs Foto zwei der vier PCs. Im Hintergrund (v.l.) Andreas Katt, Anke Heinroth und Sponsor Christoph Köhler. 

Kempten – Ohne „Red-button“, dafür mit viel Engagement und Herzblut wurde im September das erste und einzige Internetcafé für Geflüchtete in der Gemeinschaftsunterkunft Freudental eröffnet.

An derzeit vier Rechnern in den Räumen der Diakonie-Beratungsstelle können Geflüchtete nun Bewerbungen schreiben, Deutschkenntnisse verbessern, mit Familienangehörigen in der Heimat via Skype kommunizieren, Dokumente ausdrucken – und auf Arbeits- und Wohnungssuche gehen. 

Gleichzeitig soll der Raum auch zur geselligen Begegnung einladen mit Tee, Kaffee und Gesellschaftsspielen. Der eigentliche Luxus im Internetcafé ist ein offener WLAN-Zugang. „Wir sind der Regierung von Schwaben sehr dankbar, dass wir hierfür die Genehmigung erhalten haben und auch einen entsprechenden Raum dafür nutzen dürfen“, sagt Anke Heinroth, Leitung Asyl und Migration Diakonie Kempten Allgäu. Die Genehmigung für Internet und freies WLAN zu bekommen, war nicht selbstverständlich. 

Denn zum Schutz vor „falscher“ – ungesetzlicher – Nutzung musste ein Spezialfilter in das Netz eingebaut werden. Andreas Katt, Projektmitarbeiter Team Asyl- und Migration erläuterte dazu: „Dieser Filter gilt beispielsweise für pornografische Seiten oder auch Seiten mit Gewaltinhalten.“ Das Internetcafé gehört auch zum Projekt „Kulturcafés in Kempten“. Genutzt werden kann der Internetraum im Freudental 1 von Geflüchteten aus Kempten und dem angrenzenden nördlichen Oberallgäu. 

Rund zweieinhalb Jahre dauerte die Realisierung, nicht zuletzt auch wegen der alten Gemäuer und Leitungen im ehemaligen BKH-Gebäude. Als Beispiel nannte Heinroth schmunzelnd: „Noch heute ist es so, dass in dem Internetraum nicht gleichzeitig Wasserkocher und Kaffeeautomat bedient werden können.“ Daher stehe die Kaffeemaschine in einem Nebenraum. Für die Getränke und Auslagen im Internetcafé kommt Christoph Köhler mit seiner Firma Abiola gGmbH auf. Ebenso hat er die PCs, Monitore und den Drucker bereitgestellt. Mit einer jährlichen Spende unterstützt er auch Fahrkostenerstattungen für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe der Diakonie. 

Das Internetcafé ist vorläufig neben den Öffnungszeiten der Beratungsstelle zusätzlich zweimal in der Woche auch am Abend geöffnet – und zwar dienstags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr. Freies WLAN, Surfen am PC, Drucken von Dokumenten, Hilfen am Umgang mit Computern ist dann möglich. Ansprechpartner ist Andreas Katt und während den offenen Beratungszeiten auch Bundesfreiwilligendienstler Florian. Außerdem werden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Betreuung des Cafés und zur Durchführung von Themennachmittagen (z.B. „Arbeitssuche“, „Wohnungssuche“ oder spezielle Öffnungszeiten für Frauen) gesucht. Neben dem Spieleequipment gibt es auch eine Tischtennisplatte im Mehrzweckraum. Andreas Katt hofft, dass es wieder zu einer Tischtennis-Gruppe kommt. 

mori

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Verkehrsminister Reichhart will das Allgäu bei der Vernetzung der Verkehrsverbünde unterstützen
Verkehrsminister Reichhart will das Allgäu bei der Vernetzung der Verkehrsverbünde unterstützen
Anwohner protestieren gegen neue Wohnbebauung an der Breslauer Straße
Anwohner protestieren gegen neue Wohnbebauung an der Breslauer Straße
Wie reagiert der Mammutbaum auf das veränderte Klima?
Wie reagiert der Mammutbaum auf das veränderte Klima?

Kommentare