"Chancen für Neuentwicklungen eröffnen"

Interview mit Ullrich Kremser, dem scheidenden Präsidenten des TV Kempten

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KiSS-Leiter Tobias Strobl (li.) und Ullrich Kremser 2011 bei der Vorstellung der Kindersportschule, die sich sehr gut etabliert hat.

Kempten – Seit zehn Jahren ist Ullrich Kremser Präsident des TV Kempten. In dieser Zeit hat sich im Verein viel getan. So wurde beispielsweise im Herbst 2011 die Kindersportschule „KiSS“ eröffnet, die sich seither großer Beliebtheit erfreut. Im Jahr 2015 folgte die Fusion mit dem TV Jahn Kempten. Auch baulich ist auf dem Grundstück des Vereins viel passiert. So wurden Flächen für das Fitnessstudio „Sportivo“ veräußert und auch das Kletterzentrum „swoboda alpin“ hat vom Flächenverkauf des TV Kempten profitiert und konnte so im Kemptener Westen entstehen. Am kommenden Dienstag, 17. April, ist für Kremser nun Schluss. Er zieht sich als Präsident zurück. Mit dem Kreisboten hat er über seine Amtszeit gesprochen.


Herr Kremser, nach einem Jahrzehnt als Präsident des TV Kempten endet Ihre Amtszeit am kommenden Dienstag auf eigenen Wunsch. Wieso haben Sie sich entschlossen, sich nicht noch für eine weitere Amtsperiode von zwei Jahren zur Verfügung zu stellen?

Kremser: „Als Seiteneinsteiger waren es zehn intensive Jahre. Bevor man betriebsblind wird, sollte man aufhören. Chancen für Neuentwicklungen sollen eröffnet werden und bevor alle sagen, es wird Zeit, bestimme ich meinen Abschied lieber selbst.“

Wie fällt Ihr Rückblick auf zehn Jahre TV-Kempten-Präsidentschaft aus – im Positiven wie auch im Negativen?

Kremser: „Die Highlights sind sicher die Fusion von TVK 1856 mit dem TV Jahn, die Etablierung der Kindersportschule KISS, die bessere Präsenz in der Öffentlichkeit, sowie die Schaffung eines Sportzentrums durch die Ansiedlung des DAV und natürlich, die 5000-Mitglieder-Grenze gerissen zu haben. Negativ sind sicher die schwer zu erschließenden Finanzquellen, die immer mehr und höher werdenden Vorschriften und die ständig steigenden Beiträge an die verschiedenen Verbände.“

Was waren wichtige Projekte bzw. Neuerungen, die in Ihrer Amtszeit angestoßen beziehungsweise umgesetzt werden konnten?

Kremser: „Natürlich liegt auch hier die Fusion ganz vorn. So konnte es uns auch gelingen, unsere Kursräume für unser Kursstudio völlig neu und modern zu gestalten. Eine Neuausrichtung vieler Abteilungen hat stattgefunden. Neues Werbematerial und der Auftritt des Vereines in der Öffentlichkeit wurde entscheidend verbessert. Die Sanierung für unsere Umkleiden und Büro wurde auf den Weg gebracht.“

Wie hat sich das Vereinsleben aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren gewandelt?

Kremser: „Der Sportverein wird heute immer mehr als Dienstleister angesehen. Die Ansprüche werden trotz sehr moderater Beiträge immer höher. Es wird immer schwieriger, Ehrenamtler zu gewinnen.“

Sehen Sie den TV Kempten für die Zukunft gut aufgestellt? Übergeben Sie den Verein mit einem guten Gefühl?

Kremser: „Ja, absolut, die Strukturen des Vereins sind in Ordnung. Das Präsidium setzt sich aus den verschiedensten Bereichen zusammen und ist auch in Zukunft Garant dafür, dass vor allem im Breitensport und für viele Kinder und Jugendliche ein entsprechendes Sportangebot geboten wird.“

Werden Sie dem Verein weiterhin verbunden bleiben?

Kremser: „Natürlich, ich höre ja nicht wegen irgendeiner Verärgerung auf.“

Wer wird den Delegierten am Dienstag als Ihr Nachfolger vorgeschlagen?

Kremser: „Unser vorgesehener Kandidat hat seine Kandidatur leider Ende vergangener Woche zurückgezogen. Daher haben wir im Augenblick noch niemanden. 

Zum Schluss bedanke ich mich ausdrücklich für die immer faire und tolle Zusammenarbeit und Berichterstattung durch den Kreisboten. Unsere Sportler haben sich immer sehr gefreut.“

Melanie Weidle

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