Isny behält seine Klinik

Der Kreistag hat entschieden: Die Krankenhäuser Leutkirch und Isny sollen laut einem Vorschlag der Oberschwabenklinik zur künftigen Struktur im Allgäu erhalten bleiben. Sie sollen gemeinsam mit dem Krankenhaus Wangen zu einem „Klinikum Allgäu“ mit einem noch enger aufeinander abgestimmten medizinischen Spektrum zusammengeführt werden. In Isny soll die Zahl der Betten allerdings reduziert werden.

Auf der Grundlage dieses Beschlusses aus der vergangenen Woche stehen als nächste Schritte die endgültigen Abstimmungen mit dem baden-württembergischen Sozialministerium und den Krankenkassen an. Dabei geht es vor allem um die nötigen Änderungen im Feststellungsbescheid. Dieser legt fest, welche Leistungen an welchem Standort erbracht werden dürfen. Die drei Standorte sollen künftig organisatorisch, wirtschaftlich und fachlich-medizinisch eine Einheit bilden. Die OSK und der Landkreis streben an, dass die drei Allgäu-Standorte auch im Bedarfsplan des Landes zu einem Klinikum zusammengeführt werden. Nach dem Vorschlag, den die OSK dem Sozialministerium unterbreitet, sollen die Häuser im Allgäu ab 2011 zum Teil andere Schwerpunkte erhalten. In Leutkirch ist der Aufbau einer neuen Hauptabteilung für Chirurgie mit dem Schwerpunkt orthopädischer Eingriffe an der Wirbelsäule vorgesehen. In einem Operationszentrum Leutkirch würden künftig sowohl Ärzte der OSK als auch niedergelassene Kooperationspartner operieren. Die Klinik Leutkirch soll vorwiegend ein Zentrum für planbare Operationen sein. Notfalleingriffe wären zwar möglich, sollten aber für das gesamte Allgäu auf Wangen konzentriert werden. Die Planbettenzahl am Standort Leutkirch soll nach dem OSK-Konzept von heute 75 auf 79 Betten aufgestockt werden. Um die Leistungsfähigkeit in der Diagnostik zu erhöhen, würde mit dem neuen Konzept am Krankenhaus ein Computertomograph (CT) installiert werden. Dank des digitalen Röntgenbildystems PACS könnte das Krankenhaus Leutkirch genauso wie Isny rund um die Uhr per Teleradiologie an die Zentren der OSK angebunden werden. Neue Hauptabteilung In Isny soll, so der OSK-Vorschlag, neu eine Hauptabteilung für Innere Medizin etabliert werden. Sie soll eine Basisversorgung für die Menschen in Isny und Umgebung sicherstellen. Ein Schwerpunkt der Inneren Medizin wäre die Wundversorgung mit der stationären Behandlung von Patienten mit Hauterkrankungen. Die Bettenzahl soll von 53 Planbetten auf eine Station mit 19 Betten einschließlich vier Monitorplätzen reduziert werden. Die chirurgische Versorgung in Isny soll künftig nicht mehr durch eine stationäre Hauptabteilung, sondern ambulant durch einen Fachbereich des Medizinischen Versorgungszentrums der OSK gewährleistet werden. Die OSK hat dafür einen niedergelassenen Praxissitz übernommen, den sie am Krankenhaus ansiedeln möchte. Das bisher am Klinikum Isny beheimatete Endoprothetikzentrum der OSK soll ab Anfang 2011 ans Krankenhaus Wangen verlegt werden. Ihre Operationstätigkeit in Isny würde die OSK einstellen. Der Aufsichtsrat der OSK hat für Isny ausdrücklich eine „Öffnungsklausel“ in seinen Vorschlag aufgenommen. Damit würde niedergelassenen Ärzten die Türe offen gehalten, am Krankenhaus Isny in Abstimmung oder in Kooperation mit der OSK tätig zu werden. Mit dem Endoprothetikzentrum Allgäu soll in Wangen in der stationären Chirurgie zu der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Unfallchirurgie ein drittes Standbein hinzukommen. Komplett machen soll die chirurgische Leistungspalette am Krankenhaus Wangen der Fachbereich Chirurgie des ambulant tätigen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), für den gegenwärtig die Räume im Erdgeschoss hergerichtet werden. Der Umzug des Fachbereichs ins Krankenhaus ist für das Jahresende geplant. Die OSK will Wangen als zentrales unfallchirurgisches Haus für das gesamte Allgäu stärken. Ärzte mit im Boot Mit ihrem Konzept „Allgäu-Klinikum“ will die OSK an allen drei Standorten unverändert die Notarzt- und die Notfallversorgung gewährleisten. Besonders wichtig ist der OSK die Öffnung für die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Partnern, insbesondere mit den Ärzten an den jeweiligen Standorten. Mit ihren neuen Strukturen will die OSK bei gleich bleibend hohen und sogar noch verbesserten Versorgungsleistungen die wirtschaftliche Basis für ihre Standorte Wangen, Isny und Leutkirch verbessern. Zuletzt schrieb die OSK im Allgäu im Betrieb ein Defizit von 3,6 Millionen Euro. Ziel ist es, in den nächsten Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen und auf diesem Weg die eigene Investitionskraft des Klinikverbundes zu stärken.

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