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Isny feiert seine Olympia-Helden

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Von: Lutz Bäucker

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Großer Auftritt: Maxi Mechler (li) und Friedrich Moch im 
Spalier des WSV Isny.
Großer Auftritt: Maxi Mechler (li) und Friedrich Moch im 
Spalier des WSV Isny. © Bäucker

Isny – Die Abendsonne schien extra golden auf die Stadtmauer, ein paar Dutzend Mitglieder des WSV Isny reckten ihre Skier dachförmig in den Himmel und zahlreiche Zuschauer applaudierten.

Skilangläufer Friedrich Moch und Skisprung-Bundestrainer Maximilian Mechler sind nach ihrer Rückkehr von den Olympischen Spielen am vergangenen Mittwoch gebührend empfangen worden. „Ich freue mich wie ein Schneekönig,“ jubilierte Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Großes Medieninteresse

Zwei Fernsehsender, vier Zeitungen und SWR-4-Reporter Wolfgang Wanner waren aufmarschiert, um das Ereignis medial zu würdigen. „‘S isch ganz schö‘ was los hier“, stellte eine Passantin vor dem Kurhaus fest. Moch und Mechler schritten durch das Ski-Spalier des WSV, klatschten viele Hände ab, durften live im Radio ihre Eindrücke aus Peking schildern und holten sich im Kursaal diverse Lobeshymnen und Geschenke ab. „Ich bin heute ein ganz stolzer Bürgermeister“, gab Magenreuter zu. „Die Wintersportstadt Isny ist durch euch beide weltweit prominent präsentiert worden.“ Die respektablen Leistungen des aufgehenden Loipensterns Moch (21) – er belegte im Skiathlon hinter den Top Ten der Welt Platz 13 und mit der deutschen Langstaffel Rang fünf – führt Magenreuter auf das fordernde Profil der Isnyer Trainingsloipen rund um die Schweineburg zurück. „Unsere Hügel haben den Friedrich fit gemacht für Olympia.“

 Dessen einstiger Schulleiter Jochen Müller verwies darauf, dass Moch durch das im Gymnasium Isny für sportliche Talente praktizierte „Isnyer Modell“ um den Besuch eines Ski-Internats herumgekommen ist. „So konnte er sich in heimischer Umgebung zum internationalen Topläufer entwickeln.“ Müller zitierte Langlaufbundestrainer Peter Schlickenrieder, der der Isnyer Nachwuchs- und Talentförderung das Prädikat „Unglaublich gut“ gegeben hat.

»Der Sprunganzug war zu groß«

Maximilian Mechler (38), einstiger Skiflug-Vizeweltmeister und seit zehn Monaten Bundestrainer der deutschen Skispringerinnen, musste Auskunft geben über die viel diskutierte Disqualifikation der Oberstdorfer Silbermedaillengewinnerin 

Katharina Althaus im Mixed-Wettbewerb. „Es war eigentlich der wichtigste Wettkampf für meine Damen – und es ist schiefgegangen.“ Mechler gab unumwunden zu: „Der Sprunganzug von Althaus war zu groß und die Kontrollen waren strenger, als sonst im Weltcup üblich. Das hat nicht gepasst.“ Der Bundestrainer hofft jetzt auf eine schnelle allgemeinverbindliche Neuregelung der Vorschriften durch den internationalen Skiverband FIS.

Für ihn war die Situation in den braunen Bergen Chinas aus sportlicher Sicht nahezu ideal. „Wir lebten in unserer eigenen kleinen Blase, es gab keinerlei Ablenkung, konnten uns voll auf das Skispringen konzentrieren.“ Allerdings war von Flair und Stimmung nichts zu spüren, räumte Mechler ein. 

»Schwierige olympische Spiele«

Für Olympianeuling Moch bleibt die Erinnerung an eine „lockere Schlussfeier mit Kontakt zu vielen anderen Athleten aus der ganzen Welt und das interessante Leben im Olympischen Dorf.“ Den allgegenwärtigen Kunstschnee beschreibt er als „sehr langsam und mühsam“, die Kälte von bis zu minus 20 Grad, die Langlaufstrecken und die Wettkämpfe „waren das Härteste, was ich bisher in meiner Sportlerkarriere zu bewältigen hatte. Diese schwierigen Spiele von Peking waren aber eine wertvolle Erfahrung, die mir in Zukunft bestimmt nützlich sein wird“.

Moch und Mechler noch bis Ende März im Einsatz

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt machten sich die beiden WSV-Mitglieder wieder auf zu neuen Taten. Friedrich Moch wird in acht Tagen beim Langlauf-Weltcup am Holmenkollen in Oslo in die Loipe gehen. Maximilian Mechler steht bereits an diesem Wochenende wieder für seine Springerinnen in Österreich an der Schanze. Erst Ende März geht eine Saison zu Ende, in der Isny wieder deutlich auf der Weltkarte des Wintersports zu sehen ist.  

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