Grünes Licht für Marktplatz

Isny kann sich auf eine ruhigere Stadtmitte freuen, die zum Schauen und Genießen einlädt

Der Marktplatz von Isny im Allgäu mit Schildern, die auf die dortige Baustelle hinweisen.
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Nach zwölf Jahren Provisorium soll der Marktplatz zur neuen Attraktion der Stadt werden.

Isny – Seit dem Sommer 2009 lebt es sich leichter rund um den Isnyer Marktplatz: Damals wurde der Durchgangsverkehr auf der B12 aus der Innenstadt hinaus auf die neue Umfahrungsstrecke verlegt. Isny atmete regelrecht auf. Nun soll die Neugestaltung des Marktplatzes vollendet und der Verkehr im Bereich Obertor- und Bergtor-Straße neu geregelt werden. Nach einer lebhaften und langen Diskussion hat der Technik- und Umweltausschuss der Stadt einen entsprechenden Beschlussentwurf verabschiedet. Diesem muss der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. März noch zustimmen.

Der Marktplatz ist seit fast zwölf Jahren ein städtebauliches Provisorium, das immer wieder zu lebhaften Diskussionen in der Bürgerschaft Anlass gegeben hat. Trotz des gestiegenen Umweltbewusstseins rollen nach wie vor Autos um die bekannte Kurve am Rathaus, der Platz wirkt unfertig und wartet darauf, neuer Mittelpunkt Isnys zu werden. Mit rund 3,2 Millionen Euro soll das Areal zu Füßen des Blaserturms aufgehübscht werden, angestrebter Baubeginn ist 2022. Dazu kommen noch die Kosten für die sogenannte Platzmöblierung, über diese wird im Sommer entschieden.

Der einstimmig angenommene Entwurf enthält Details (nur ein kleiner Baum vor dem „MyDeer“, aus Kostengründen gestrichenes Wasserfontänenfeld, exakte Form und Farbe des Pflasters) und listet auf, dass sowohl ein durchfließender Bach wieder offengelegt wird als auch alte archäologische Spuren auf dem Platz dargestellt werden. Als künftiger Anziehungspunkt dürfte die avisierte Eröffnung einer neuen Erlebnisgastronomie („Barfüßer“) neben dem Hallgebäude zu sehen sein.

Um dem Marktplatz nachhaltig mehr Aufenthaltsqualität zu verschaffen, soll der Verkehr dort anders geregelt werden als bisher. Das Beratungsunternehmen „Cima“ aus München präsentierte dem Gremium im großen Kursaal einen Dreiphasenplan, mit dem das Verkehrsaufkommen und die Erwartungen und Bedürfnisse der Anwohner bzw. Geschäfte rund um den Marktplatz erfasst werden. Die renommierten Stadtentwickler haben im oberbayerischen Weilheim bereits neue Wege für die Gestaltung der dortigen Innenstadt aufgezeigt, aktuell beraten sie die Stadt Memmingen, die ihre Vorzeigemeile „Weinmarkt“ verändern möchte. Die Alternativen in Isny heißen: Einbahnregelung rund um den Marktplatz oder Vollsperrung und reine Fußgängerzone.

Die in Isnyer Stadtentwicklungsfragen bereits mehrfach zugezogene „Cima“ veranschlagt rund 40.000 bis 50.000 Euro Honorar für ihre Arbeit. Eine Summe, die bei manchen Ausschussmitgliedern auf Unverständnis stieß. Auch Bürgermeister Rainer Magenreuter gab zu erkennen, dass über die finanzielle Dimension dieses Untersuchungsauftrages noch Redebedarf besteht. Entsprechend knapp fiel das Abstimmungsergebnis aus: Mit sechs Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen gab der Technikausschuss sein Plazet für den Auftrag an die „Cima“. Deren Arbeit soll noch in diesem Jahr beginnen und nach Fertigstellung des neuen Marktplatzes in 2023 belastbare Ergebnisse bringen.

Lutz Bäucker

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