Als Isny Schlachtfeld war

Vor nunmehr 200 Jahren hat das Allgäu nach den schweren Belastungen der napoleonischen Kriege im Sommer 1809 noch einmal blutige Auseinandersetzungen erlebt und war von Mai bis August Kriegsschauplatz. Ihren Freiheitskampf trugen die 1805 bayerisch gewordenen Tiroler und Vorarlberger weit ins Allgäu hinein.

Walter Bühler, ehemaliger Stadtrat und Mitglied im Arbeitskreis Geschichte, interessiert sich schon seit vielen Jahren für die Stadt- und Landesgeschichte und nahm den zweihundertsten jahrestag der Auseinandersetzungen in der Region zum Anlass, das Grab des am 16. Juli 1809 an der Felderhalde gefallenen Hauptmanns Karl von Lobauer auf dem Isnyer Friedhof wieder instand setzen zu lassen. Am 2. Mai 1809 eroberten die Vorarlberger Freiheitskämpfer Lindau, stießen bis nach Friedrichshafen und Ludwigshafen vor und wurden in diesem Bereich durch Gegenmaßnahmen der Rheinbundtruppen schnell zurückgedrängt. Am 3. Mai erschienen Teile der „Insurgenten“ erstmals vor Isny und rissen in Schweinebach an der württembergischen Mautstation die Hoheitszeichen herunter. Daraufhin rückten am 4. Mai zwei Kompanien württembergischen Militärs in Isny ein. Es kam zu einem Katz und Maus-Spiel zwischen den Freischärlern und den Württembergern. Kaum waren die Truppen weg, erschienen die Freiheitskämpfer wieder im Städtchen. Sie zechten in den Wirtshäusern und Kramerläden ohne Geld. Am 15. Mai rückte General Koseritz in Isny ein. Es gab bei Dorenwaid einige Schießereien. Als die Truppe dann auch wieder abrückte, erschienen die Vorarlberger am 15. Mai wieder auf dem Isnyer Markt. Wegen der Verluste Napoleons bei Wien wurden die verbündeten Truppen dorthin abgezogen. Erneuter Vorstoß Nun plante der Vorarlberger Generalkommissionär Dr. Anton Schneider, ein Andreas Hofer des Allgäus, ermutigt durch die Erfolge am Berg Isel, erneut ins Allgäu vorzustoßen. Er wollte vor allem Wangen und Kempten erobern. Gleichzeitig standen an einer vom neuen Württembergischen König aufgestellten Verteidigungslinie, die von Neuravensburg über Wangen und Eglofs bis nach Isny reichte, Truppen bereit. 2000 Vorarlberger waren im Einsatz, griffen am Morgen des 14. Juli den Vorposten bei Eglofs an und trieben die Württemberger bis Eisenharz. Ein Angriff Richtung Isny führte zu einer Vorpostenlinie von Anwanden bis Dorenwaid, von wo aus ständige Plänkeleien am 16. Juli zu einem Gegenangriff führten. Karl von Lobauer, Dichter und nun Hauptmann im Regiment von Phull, hatte den Auftrag, über die Felderhalde die im Felderholz verschanzten Freiheitskämpfer auszuheben. Bei diesem Angriff wurde er tödlich getroffen und in den Gasthof „Goldener Adler“ gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Auf dem Isnyer Friedhof wurde er beigesetzt und sein Grab dürfte eines der ältesten überhaupt dort sein. Ein Straßenname und das auf der Felderhalde errichtete Denkmal halten noch immer die Erinnerung daran wach.

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