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Isny-Störche haben es eilig

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Von: Lutz Bäucker

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Kalte Füße: das Storchenpaar Urs und Ursula auf Futtersuche im Rotmoos bei Isny.
Kalte Füße: das Storchenpaar Urs und Ursula auf Futtersuche im Rotmoos bei Isny. © Maruszczak

Isny – Urs und Ursula stehen wieder ganz oben.

Das Storchenpaar vom Rathauskamin ist seit ein paar Tagen wieder vor Ort und klappert kräftig, egal, wie laut der Winterorkan auch pfeifen mag. Auch auf den Bäumen bzw. Sendemasten im Bereich des Schulzentrums rührt sich schon was: „Unsere Störche gehören jedes Jahr zu den Ersten, die aus ihren Winterquartieren zurück nach Isny fliegen“, weiß Ulrike Maruszczak von den Isnyer „Storchenfreunden“.

Die Frühheimkehrer haben meist keine weiten Wege. Sie überwintern in der Regel irgendwo am Bodensee oder im Rheintal. Dort sind die Winter milder als zu Füssen des Schwarzen Grates. Doch jetzt scheint es die großen Vögel nicht mehr dort zu halten. Ein gutes halbes Dutzend hat Maruszczak bereits beobachtet: „Sie suchen zwischen den Schneeflecken im Rotmoos oder am Ziegelstadel nach Futter, da geht schon was“, weiß sie, „und wenn der Boden noch gefroren sein sollte, lauern sie eben an der Ach auf Beute.“ Den Hungertod stirbt ein Storch ganz selten: Er kann ohne Probleme zwei Wochen lang ohne Futter auskommen.

Problematischer kann die Suche nach einem Nest sein. Manche der wagenradgroßen Konstrukte sind beschädigt, morsch oder wurden unerlaubterweise entfernt. Normalerweise nimmt ein Storchenpaar sein Nest aus der vergangenen Brutzeit wieder in Beschlag. Um das auch für Storch Toni und seine Antonia möglich zu machen, haben die „Storchenfreunde Isny“ mit Hilfe der Feuerwehr am vergangenen Samstag extra ein neues Nest-Grundgerüst in einer Linde aufgehängt. Toni wird zeitnah aus Spanien zurückerwartet.

Die dem „normalen“ Beobachter früh erscheinende Rückkehr der längst zum Markenzeichen der Stadt mutierten Störche ist für die Expertin nichts Besonderes. „Unsere Störche landen immer im Februar wieder bei uns“, sagt sie, „die sind wind- und wetterfest, kein Problem.“ Anfang März beginnt die Paarungszeit der Störche, bis dahin werden die Nester gebaut bzw. wieder instandgesetzt. Aktuelle Infos und tolle Fotos von den Isnyer Störchen gibt’s im Tagebuch von Ulrike Maruszczak.

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