Jahreshauptversammlung

Analog Jagen, digital Verwalten

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Das „Digitale Jagdkataster“ war ein Thema auf der JHV der Jagdgenossenschaft Oberallgäu. Mit dabei die beiden Gastreferenten Hans-Peter Mögele aus Immenstadt (3.v.r.) und Andreas Schalk aus München (2.v.r.).

Sulzberg – Einmal im Jahr treffen sich die Jagdgenossen der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaft Oberallgäu zu ihrer Jahreshauptversammlung. Heuer versammelten sich die rund 60 Eigentümer von Grundflächen, die bejagt werden, im Gasthaus Hirsch in Sulzberg.

Einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden alle Grundflächen einer Gemeinde oder abgesonderten Gemarkung, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören und eine bestimmte Mindestfläche umfassen.

Begrüßt wurden die Anwesenden, zu denen sich im weiteren Verlauf auch Erik Beißwenger, CSU-Abgeordneter des Bayerischen Landtages und Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gesellte, durch den 1. Vorsitzenden Peter Fink. Der vorgetragene Tätigkeitsbericht beschäftigte sich rückblickend auf das Jahr 2017 mit einer Waldbegehung in Oberstaufen, der Anschaffung von Nachtsichtgeräten und der Zusammenarbeit der beiden Kreisjagdverbände Kempten und Oberallgäu, wobei Fink in die Runde fragte: „Wollen die beiden Verbände wirklich Partner sein?“ Ebenfalls angesprochen wurde das Dauerthema „Wald und Wild in Einklang bringen“ mit einer Einschätzung durch Fink: „Bei uns lebt das Wild in einem hervorragendem Lebensraum und fühlt sich wohl. Wir brauchen keine ‚Studien‘, die uns das Gegenteil einreden möchten.“

Weiterer Punkt des Tätigkeitsberichts war das Auftreten der „Afrikanischen Schweinepest“ (ASP) in Tschechien, Polen, Rumänien und der Ukraine. Aufgrund einer hohen Populationsrate, bedingt durch Klimaveränderungen, riet Fink hier verstärkt Schwarzwild zu bejagen, gerade um vorbeugend dem Auftreten der ASP entgegenzuwirken. Kritisch bewertete Fink das Wiederauftreten des Wolfes in heimischer Landschaft. „Niemand stellt die Frage warum Raubtiere wie der Wolf, Luchs, Bär oder Biber vom Menschen gejagt und ausgerottet wurden. Diese Tiere, die keine natürlichen Feinde haben, verursachten massive Schäden in der Natur und bei den Nutztierhaltern“, so der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Oberallgäu.

Positiv sah er die Fortsetzung der erfolgreichen „Bergwald

offensive“, die mit weiteren finanziellen Mitteln aus dem Landeshaushalt rechnen kann. Ebenfalls auf der Habenseite verbuchte Fink ein Jagdjahr 2017, in dem keine neuen TBC-Fälle beim Rotwild auftauchten und schloss seine Ausführungen an die Anwesenden mit den Worten „Weidmannsheil.“

Digitales Jagdkataster

Einen großen Teil des Abends nahm die Vorstellung des neuen digitalen Jagdkatasters in Anspruch. Jede Jagdgenossenschaft ist gesetzlich und satzungsrechtlich verpflichtet, ein Jagdkataster zu führen und dieses gegebenenfalls zu aktualisieren. Bisher war diese Aufgabe mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Mit dem Web-Service „Jagdkataster“ erleichtert nun der Bayerische Bauernverband Jagdvorständen das Leben. Das im Digitalisierungspakt zwischen dem Bayerischen Bauernverband (BBV) und dem Bayerischen Staatsministerium für Finanzen unterzeichnete Pauschalpaket Jagdkataster ermöglicht es den Jagdgenossenschaften, digitale Liegenschafts- und Geobasisdaten kostengünstig von der Vermessungverwaltung zu beziehen. Im Oberallgäu können diese Daten vom Vermessungsamt Immenstadt, das in das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung ­(ADBV) umfirmierte, bezogen werden. Vorgestellt wurde der neue Web-Service „Jagdkataster“ den Anwesenden durch Gastreferent Andreas Schalk vom Generalsekretariat des BBV in München. Zur Datenübermittlung sprach der Referent Hans-Peter Mögele vom Vermessungsamt (ADBV) Immenstadt.

Am Ende der Jahreshauptversammlung äußerten einige Jagdgenossen Unmut darüber, dass die Teilnahme an Hegeschauen weiterhin verpflichtend bleibt. Zur Überwachung der Durchführung der Abschusspläne wird jährlich von der Jagdbehörde im Einvernehmen mit der Forstbehörde die Vorlage der im Jagdjahr angefallenen Trophäen auf einer von der Jägervereinigung im Auftrag der Jagdbehörde durchzuführenden öffentlichen Hegeschau angeordnet (§ 16 Abs. 4 AVBayJG), so die gesetzliche Bestimmung. An dieser Vorgabe nahmen einige der Anwesenden Anstoß und äußerten Ärger über die Entscheidung der CSU und der Freien Wähler, die Hegeschauen weiterhin als verpflichtend zu belassen. Aufgrund eines grippalen Infekts wollte sich MdL Erik Beißwenger am Abend hierzu nicht ausführlich einlassen. Unterstützung für die CSU/FW-Entscheidung erfuhr dieser durch den anwesenden Kreisjagdvorsitzenden Oberallgäu Heinrich Schwarz.

Jörg Spielberg

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