Ein Jahr der Entscheidung

Beim Stephanuswerk Isny leisten derzeit zwei junge Frauen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab. So sollen junge Menschen einen Einblick in das soziale Berufsfeld bekommen. Aber auch als Ersatz für den Zivildienst ist das FSJ ein Option, so Anton Drescher vom Stephanuswerk.

Esther Kiefer aus Reinstetten will mit dem FSJ ihren weiteren Ausbildungsweg vorbereiten. Sie nutzt diese 12 Monate als Vorpraktikum zu ihrem geplanten Sozialpädagogik-Studium im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Eingesetzt ist Kiefer in der Medizinisch-Beruflichen Rehabilitation vorrangig für die Nachhilfe einzelner Rehabilitanden. Sie fördert hier interessierte Umschüler in freiwilligen Abendgruppen vor allem in den Fächern Deutsch und Mathematik. Darüber hinaus betreut sie die Gruppen, die zur Eignungsabklärung/Arbeitserprobung (EA/AP) alle vier bis sechs Wochen neu im Stephanuswerk beginnen. „Am besten gefällt mir hier, dass ich relativ selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten kann“, erklärt die 20-Jährige. Sie lernt in diesem Bereich flexibel mit Arbeitszeit und Anforderungen umzugehen, was ihr später im Berufsleben zu Gute kommen soll. In der Tagesbetreuung der Wohnheime arbeitet die ebenfalls 20-jährige Eglofserin Rebekka Riether. Sie kümmert sich hier um einen strukturierten Tagesablauf der Rentner und der Bewohner, die nicht mehr in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten. Dazu gehören das Vorbereiten und die Unterstützung bei den Mahlzeiten, pflegerische und hygienische Hilfestellungen sowie Freizeitaktivitäten wie Spiele oder Spaziergänge. Ein weiteres Arbeitsfeld umfasst für sie die Mitarbeit in der seelsorgerischen Abteilung, die größtenteils aus der Organisation des wöchentlich freitags stattfindenden Café-Treffs im Paul-Fagius-Haus besteht. Nicht jeder bleibt dabei „Die Arbeit ist abwechslungsreich und reicht vom Thekenbetrieb über Bestellungen bis hin zu Werbeplakaten für den Café-Treff. Aber auch bei Veranstaltungen der OBA Isny bin ich stets eingespannt“, so Riether. Sie hat sich auf die Stelle im Stephanuswerk beworben, nachdem sie von Freunden Informationen zu dieser Einrichtung bekommen hatte. Bei den meisten FSJ-Bewerbern steht eine berufliche Orientierung in die soziale Arbeit im Vordergrund. Das Ziel ist es, eigene Berufsperspektiven zu entwickeln oder auch in manchen Fällen den Weg in den sozialen Bereich auszuschließen. Für Rebekka Riether hat diese Erfahrung in der Erkenntnis gemündet, dass sie ihre berufliche Zukunft nicht in der Arbeit mit behinderten Menschen suchen wird. Ihr Ziel ist ein Studium im Bereich der Grundschulpädagogik. „Ich bin froh, die Erfahrungen im FSJ hier gemacht zu haben und konnte über diesen Weg einen Einblick in diesen besonderen Arbeitsbereich erhalten“, resümiert sie ihr bisheriges FSJ. Für viele FSJler ist dieses Jahr eine gute Entscheidungshilfe, so Anton Drescher. Man kann einfach in die verschiedensten Einsatzfelder der sozialen Arbeit hineinschnuppern und dadurch sowohl in beruflicher Hinsicht wie auch in der persönlichen Entwicklung profitieren. Denn neben der Arbeitstätigkeit in der Einrichtung stehen auch Seminare zu verschiedensten Themenbereichen und Reflexionstreffen auf dem Programm. FSJ statt Zivi Zunehmend werde auch das FSJ statt Zivildienst in Anspruch genommen, so Drescher. Dabei können junge Männer den neunmonatigen Zivildienst durch ein reguläres FSJ ersetzen. Das muss der wehrpflichtige vorher mit dem Kreiswehrersatzamt abklären. Das bietet unter Umständen den Vorteil, dass nach dem FSJ in einigen Bundesländern zukünftig die Studiengebühren erlassen werden können. Das FSJ beginnt immer im September. Für dieses Jahr stehen noch freie Plätze zur Verfügung, so Drescher. Interessenten können sich an die FSJ-Beauftragte Erika Hermann-Schöllhorn wenden. Sie ist unter der Telefonnummer 07562/ 741250. Auch Zivildienststellen sind noch frei. Hier gibt es keine festen Beginntermine. Interessenten wenden sich an René Häckel unter der Telefonnummer 07562/741020.

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