70 Jahre Allgäuer Festwoche

Fotoausstellung im Kemptener Rathausfoyer zeigt Schlaglichter aus sieben Jahrzehnten Festwoche

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Besonders die älteren Bilddokumente stießen schon bei der Vernissage auf großes Interesse.

Kempten – Die Festwoche, in Stadt und Umland gerne als „fünfte Jahreszeit“ bezeichnet, feiert heuer ihren 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass erinnert die Sonderausstellung „Allgäuer Festwoche 1949 - 2019 – Ein Streifzug in Bildern durch 70 Jahre“ im Foyer des Kemptener Rathauses an Höhepunkte aus Geschichte und Wandlung des Festwochen-Dreiklangs Volksfest, Kultur und Wirtschaft. Natürlich fehlen auch die Anfänge nicht, als Oberbürgermeister Dr. Georg Volkhardt und Bürgermeister Albert Wehr nach den Kriegsjahren dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt wieder neuen Schwung gaben.

Die Ausstellung hat der Fotograf Ralf Lienert zusammengestellt, der die Allgäuer Festwoche seit über 40 Jahren mit seiner Kamera begleitet. Es ist die „heile“ Festwochenwelt, die dort dokumentiert ist, ohne Hickhack um das beste Plakatmotiv; ohne den Siegerentwurf des Plakatwettbewerbs, der in einem Jahr möglicherweise das Copyright eines Künstlers verletzte; ohne Tausenden Riedberger-Horn-Demonstranten, den Eröffnungs-Zug zwischen Kornhaus und Festwochen-Eingang säumten; und auch ohne die manchmal zu bierseeligen Festwochengäste. 

Lienert erinnerte im Rahmen der Ausstellungseröffnung an die Arbeit der Presse-Fotografen in vergangenen Zeiten,als noch ein Kodak-Film in die Kamera eingelegt werden musste. Waren die 36 Bilder voll, musste der Film schnell zum entwickeln gebracht werden, damit zeitnah die noch druckfrischen Zeitungen auf dem Gelände an die Festwochenbesucher verteilt werden konnten. „Heute gibt es Instagram und Facebook.“ 

In der Ausstellung gezeigt werden an den Fotowänden thematisch gebündelt Querschnitte von Tanz- und Sportvorführungen, Livesendungen mit Thomas Gottschalk, Auftritte von Roberto Blanco und Michael Schanze auf der Bühne im Stadtpark. Zu sehen sind die vielen Facetten des tanzenden Pärchens – lange Zeit Markenzeichen der Allgäuer Festwoche – und die Kunstausstellung als Bühne für Allgäuer Künstler, Blumenschauen und Konzerte im Fürstensaal sowie die Tanzenden Fontänen oder das Lichterfest. Ebenfalls dabei sind Bilddokumente der Kemptener Stadtkapelle, die in den 70 Jahren von drei verschiedenen Dirigenten angeführt wurde. 

Der historische Rückblick zeigt zudem die interessante Entwicklung der Messe mit alten Radios, Waschmaschinen, kulinarischen Angeboten und Mode. Das Milchzelt, die Staatstierschauen und der Milchbrunnen sind zu sehen. Eine weitere Fotowand widmet sich den Kuriositäten und Randerscheinungen, zum Beispiel wie die Festwoche im Jahr 1991 eröffnet wurde. Der Streifzug durch 70 Jahre Allgäuer Festwoche ist noch bis 23. August im Foyer des Kemptener Rathauses zu sehen; geöffnet ist sie jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 14 Uhr.

Christine Tröger

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