75 Jahre für die Allgemeinheit

Auch mit 75 ist Adolf Fröhlich jeden Tag in seiner Werkstatt im Kemptener Rotkreuzhaus anzutreffen. Foto: BRK

Es ist nicht einfach, einer Persönlichkeit wie Adolf Fröhlich gerecht zu werden. Er hat viel geleistet im Leben, mehr als die meisten. Er hatte Glück im Leben, weil er so tüchtig ist. Noch heute ist er – egal, wo tätig – unentbehrlich, weil sein handwerkliches Geschick, sein Können und Organisationsvermögen weiter gefragt ist. Sein Umfeld empfand ihn manchmal als schwierig, weil er auch von anderen mehr als den gewöhnlichen Alltagstrott einforderte. Immer aber fand er Wege, Notwendiges umzusetzen, Mitstreiter zu gewinnen und zu ermutigen. Vergangenen Dienstag, 15. Mai, feierte der Stadtrat der Freien Wähler seinen 75. Geburtstag.

Fröhlich ist ein Vorbild, seine ungezählten und unzählbaren Freizeitstunden zum Nutzen anderer vollbrachte er im Stillen, wie selbstverständlich. Abseits der Medienkanäle, die zweifelhafte Vorbilder künstlich erschaffen. So ist über die Jahre das Modell „Fröhlich” ein wenig aus der Mode gekommen. 18 Leben gerettet Sein Leben für die Wasserwacht begann er als 15-Jähriger. Er rettete 18 Leben, aber manchmal mag er sich auch als Retter der Wasserwacht gefühlt haben. Denn der ehrenamtliche Einsatz an den Allgäuer Seen und Bädern erlebte gute wie schlechte Zeiten. Auch beim Schwimmen für behinderte Menschen ist er seit Anfang an dabei. Jubiläen hat er inzwischen viele erlebt, Ehrungen und lobende Worte ab und an auch. Bei seiner Pensionierung im Jahr 2000 war er bereits gut 20 Jahre als Leitender Schwimmmeister für alle Bäder der Stadt Kempten verantwortlich, in deren Dienst er bereits im November 1969 als Schwimmmeister eintrat. Wer ihn damals wie heute beobachtet, der erkennt – Fröhlich ist ein Macher, kein Schreibtischwerker. So nutzte der gelernte Schreinermeister den Konkurs der Papierfabrik Seltmanns, um sich mit Schreinereimaschinen und Werkzeug einzudecken. Als 1996 das neue Rettungs- und Sozialzentrum an der Haubenschloßstraße feierlich eröffnet wurde, war er schon da, richtete unter dem Dach des Roten Kreuzes sein Reich ein. In seiner Freizeit war er nun der Mann, der Nichtpassendes passend machte, Möbel ergänzte, Schaukästen herstellte, am neuen Konzept für den Festwochen-„Glückshafen” anpackte. „In jedem Rotkreuzladen, auf Schritt und Tritt in den Rotkreuzhäusern des Kreisverbands, einfach überall ist die Handschrift von Adolf Fröhlich zu erkennen”, ist Rotkreuzgeschäftsführer Alexander Schwägerl angetan vom Rotkreuz- Urgestein. Doch der Unermüdliche, für das Rote Kreuz längst Unentbehrliche, sitzt auch noch für die Freien Wähler im Stadtrat. Fit hält er sich seit 1970 zunächst mit Waldlauf, beteiligte sich an den Festwochenläufen. Auch mit 75 ist jeden Tag eine oder eine halbe Stunde Laufen angesagt. Ein wenig mehr wurde Adolf Fröhlich der Öffentlichkeit seit 1977 durch seine winterlichen Eismessungen an den verschiedenen Allgäuer Gewässern bekannt. Hilfe für Tiere Der Vielseitige ist aber nicht nur beinahe täglich in seiner Werkstatt im Rotkreuzhaus anzutreffen. Mit Spenden und praktischen Holzarbeiten unterstützt er das Kemptener Tierheim und selbst der TVK 1856 hat sein ganz tatkräftiges Wohlwollen. Für ihn ist das ehrenamtliche Engagement nicht am Ende, es wandelt sich mit der Gesellschaft. Adolf Fröhlich prägte es mehr als eine Generation, er steht für viele andere, geprägt von der Nachkriegszeit und dem späteren Wirtschaftswunder. Wie kann man also zum 75. diesem Mann doch noch gerecht werden? Straßennamen wurden schon für weniger vergeben, Denkmäler bei geringerem Verdienst um die Allgemeinheit in Stein gehauen. Erinnern ist wichtig, echte Vorbilder sind es auch. Die Stadt Kempten wird Fröhlichs Verdienste ebenfalls noch würdigen. Im Anschluss an die nächste Stadtratssitzung am Donnerstag, 14. Juni, wird es eine kleine Feierstunde im Rathaus geben. Dann wird auch SPD-Stadtrat Siegfried Wehrmann geehrt, der bereits am 25. April seinen 75. Geburtstag feiern konnte.

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