Dieter Zacherle erhält Urkunde

Ehrung für ein "Urgestein"

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Für 45 Jahre Stadtratstätigkeit überreichte OB Thomas Kiechle (r.) eine eigens dafür entworfene Urkunde an Dieter Zacherle (l.).

Kempten – An seine erste Stadtratssitzung vom 6. Juli 1972 konnte er sich noch gut erinnern: „Durch die Gebietsreform kamen die Gemeinden Sankt Mang und Sankt Lorenz zu Kempten.

Der Stadtrat erhöhte sich von 32 auf 44 Mitglieder, 25 neue Kolleginnen und Kollegen wurden vereidigt“ und beim Gerangel um die Besetzung der Bürgermeisterposten habe er sich gedacht: „Das kann ja heiter werden, wo bist Du da hineingeraten.“ 45 Jahre liegt das nun zurück.

Dafür, dass sich Dieter Zacherle seitdem ununterbrochen mit großem und vielfältigem Engagement als Stadtrat im kommunalen Ehrenamt einbringe, wurde er in der Sitzung des Gremiums vergangenen Donnerstag von OB Thomas Kiechle und mit langem Applaus seiner Stadtratskollegen geehrt.

Es sei ein Jubiläum, „das ich als außergewöhnlich beeindruckend und für unsere Stadt als bisher einmalig bezeichnen möchte“, meinte Kiechle, das weder Hofrat Adolf Horchler, Kemptener Bürgermeister von 1881 bis 1919 noch die Stadträte Paul Diethei mit 41 Jahren Stadtratstätigkeit oder Ludwig Frick mit 42 Jahren im Gremium, erreicht hätten.

45 Jahre Stadtrat, davon zwölf Jahre Dritter Bürgermeister (1996-2008), rund ein Vierteljahrhundert Festwochenbeauftragter und eine Periode lang Fraktionsvorsitzender der ÜP/Freie Wähler. Dahinter verberge sich eine „unglaublichen Fülle an Sitzungen des Stadtrats, der Ausschüsse und sonstigen Gremien“, zollte ihm Kiechle seinen Respekt. So bringe sich Zacherle auch ein als Mitglied im Liegenschaftsausschuss, im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz, im Aufsichtsrat des Klinikums Kempten-Oberallgäu, im Verwaltungsrat der Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungsgesellschaft, im Behindertenbeirat, im Seniorenpolitischen Beirat sowie in der Verbandsversammlung des Zweckverbands für Abfallwirtschaft. Zurückblickend gebe es „eine ganz große Zahl und Bandbreite an wichtigen zukunftsweisenden Beschlüssen und Projekten“, an denen er mitgewirkt habe. Besonders aber zeichne ihn, so Kiechle, seine Bürgernähe aus, und dass er sich schon immer um die Anliegen, auch die „vermeintlich kleinen Dinge“ seiner Mitbürger gekümmert habe. Und da er „zu Fuß oder mit dem Rad, allein oder mit seiner Frau“ viel in der Stadt unterwegs sei, höre und erfahre er viel.

Für sein 40-jähriges Wirken sei Zacherle – zusammen mit Frick – im Jahr 2012 bereits mit dem damals neu geschaffenen Ehrenring der Stadt ausgezeichnet worden. Nun würdigte OB Kiechle den langjährigen Stadtrat, für den das Wohl der Stadt, ihrer Bürgerinnen und Bürger immer im Mittelpunkt gestanden habe, mit einer Dankurkunde, „für Sie entworfen und heute erstmals übergeben“: Darin dankt die Stadt Kempten Zacherle „in hoher Anerkennung und mit großem Respekt für sein unermüdliches und außerordentliches Engagement für seine Heimatstadt und seine Mitbürgerinnen und Mitbürger“.

Sichtlich bewegt bedankte sich Zacherle vor allem bei seiner Frau Annemarie, „die alle meine politische Tätigkeit stets zu 100 Prozent unterstützt hat“ und seinem Sohn, die beide ebenfalls anwesend waren, bei seinem langjährigen Arbeitgeber, der ihm den nötigen Freiraum gegeben habe und bei all den Weggefährten. Nicht zuletzt aber auch bei den Kemptener Bürgern, die ihn 2014 „zum achten Mal in den Stadtrat gewählt“ hätten. „Ich bin stolz auf meine Heimatstadt Kempten“, meinte er abschließend mit leicht brüchiger Stimme. 

Christine Tröger

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