90 Jahre gemeinnütziger Dienst

Pfarrer Dr.Andreas Mugg bestärkte die Gäste der 90-Jahrfeier des Vereins in ihrem Engagement. Foto: Würzner

Wenn der Verein für ambulante Kranken- und Altenpflege Dietmannsried und Umgebung zum Geburtstagskaffee einlädt, muss er schon die Festhalle anmieten. 757 Mitglieder zählt der gemeinnützige Verein 90 Jahre nach seiner Gründung. Ein guter Grund, den runden Geburtstag am vergangenen Wochenende gebührend zu feiern.

Dr. Hans Sepp und Pfarrer Max Walser konnten im Oktober 1920 solch einen Erfolg nur erhoffen. Zwei Säulen tragen die Last der vielfachen Aufgaben. Zum einen die medizinische, heute manifestiert durch 13 examinierte Krankenschwestern und Altenpflegerinnen, zum anderen die religiöse. Franziskanerinnen aus Mallersdorf setzten schon im Gründungsjahr katholische Akzente, heute finden sich drei Pfarrer im erweiterten Vorstand. Die Oberallgäuer sind der Diözese Augsburg angegliedert, nach dem Motto „Not sehen und handeln“ wird in der Caritas die soziale Arbeit der Kirche organisiert. Direktionsassistent Pfarrer Dr. Andreas Magg hielt den Festvortrag, dessen erster Teil Zahlen und Fakten zum Inhalt hatte. Mit 507 477 ehrenamtlichen Mitarbeitern und nochmals fast 500 000 Ehrenamtlichen in 24 373 Einrichtungen ( Zahlen von 2008 ) ist die Caritas der größte Arbeitgeber im Land. Die danach aufgeführten Beispiele des Engagements deckten den gesamten Bereich sozialer Arbeit ab. Zuletzt wurden auch die aktuellen zentralen Themenbereiche angesprochen. Die Sicherung der Finanzierung mit den Unterpunkten Refinanzierung der caritativen Dienste und Einrichtungen und die Zukunft der Caritas Sammlungen wurden genannt, ferner die neue Armut in Deutschland. Sie ist nicht sichtbar wie zum Beispiel in Indien, da sie aus Scham versteckt werde. Offenbar wird sie meist erst, wenn beispielsweise bei Hausbesuchen die Kälte in Wohnungen darauf schließen lässt, dass an Öl oder Gas gespart wird. Die Sprachförderung in Kindertagesstätten war ein weiterer Punkt. „Was macht die Caritas katholisch?“, war als nächstes zu lesen, konkret ging es um den Profilprozess. Alternatives Wohnen im Alter interessierte naturgemäß die zahlreichen Senioren unter den Zuhörern. Hospiz- und palliative Begleitung von Menschen mit vor allem geistiger Behinderung und schließlich die ethischen Fallbesprechungen, speziell künstliche Ernährung, Beatmung und Apparatemedizin rundeten die Ausführungen am Wochenende ab. Eine neue Broschüre über die Themen Vorsorge bei Unfall, Krankheit und Alter sowie Patientenverfügung wurde angekündigt. Vorsitzender Engelbert Sommer kündigte eine zügige Beschaffung und Verbreitung an. Bei Kaffee und Kuchen bot sich dann die Gelegenheit zum Gedankenaustausch, die musikalischen Unterbrechungen der Gespräche durch die Jugendkapelle „Allgäuer Tor“ unter der Leitung von Martina Schmalholz war höchst willkommen. Wer sich für die Vereinsarbeit interessiert oder sie unterstützen möchte bekommt weitere Informationen unter der Telefonnummer 08374/58 71 87.

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