Zweimal kreuzten sich ihre Wege

60 Jahre gemeinsames Glück: Maria und Heinz Wollmann aus Kempten feiern Diamantene Hochzeit

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Sibylle Knott, zweite Bürgermeisterin der Stadt Kempten (li.), gratuliert Maria und Heinz Wollmann im Namen der Stadt Kempten zur Diamantenen Hochzeit.
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Sibylle Knott, zweite Bürgermeisterin der Stadt Kempten (li.), gratuliert Maria und Heinz Wollmann im Namen der Stadt Kempten zur Diamantenen Hochzeit.

Kempten – „Ich war auf dem Weg zur Fastenpredigt, als ich Heinz zum ersten Mal traf“, so Maria Wollmann, „oder besser gesagt wieder traf.“ Kennengelernt hatten sich die beiden schon zwei Jahre zuvor.

„Mein Vater hatte einen Laden, eher einen Stand, beim Heimattreffen der Vertriebenen in der Tierzuchthalle und dort hatte Maria an einem Tag ausgeholfen“, erzählt Heinz Wollmann. Danach hatten sich die beiden wieder aus den Augen verloren bis zu jenem Tag, als Maria auf dem Weg zur Fastenpredigt war und Heinz gerade vom Skifahren zurückkam. Später hatte die Familie von Heinz Wollmann in der Füssener Straße einen Lebensmittelladen mit Feinbäckerei, in der der Konditormeister bis 1963 gearbeitet hatte, ehe der Laden schließen musste. 

Danach ging der heute 84-jährige in den Außendienst und blieb in diesem Beruf für 30 Jahre. Maria Wollmann, die heute auch 84 Jahre alt ist, legte eine Gesellenprüfung als Wäscheschneiderin, auch Weißnäherin genannt, ab und arbeitete in diesem Beruf bis zu ihrer Hochzeit. „Auch danach habe ich ständig für die Familie genäht“, so Maria Wollmann. In den sechs Jahrzehnten seines Zusammenseins hat das Paar Vieles erlebt. Damals herrschte große Wohnungsnot und nur als verheiratetes Paar durften sie in die Wohnung einziehen, in der sie noch heute glücklich sind. 1961 kam dann ihr Sohn zur Welt, der inzwischen beruflich in der ganzen Welt unterwegs ist, erzählt der stolze Opa von drei Enkeln. 

26 Jahre lang haben sie auch gemeinsam die Tageszeitung ausgetragen. Nachdem die Austräger in der Nachbarschaft weggezogen waren, hatten Maria und Heinz Wollmann das kurzerhand übernommen und noch vor der Arbeit die Tageszeitung verteilt. Die Winter seien jedoch wirklich hart gewesen, so Maria Wollmann. Gemeinsam waren die beiden Radeln, Wandern und Skifahren und auch auf vielen Reisen. So haben sie auch ihre Silberhochzeit in Wien verbracht und auch bei der Goldenen Hochzeit waren sie nicht in Kempten, sondern in Stuttgart. „Wir waren manchmal dreimal im Jahr in Urlaub. 

Im Januar eine Woche Skifahren, dann 14 Tage in Südtirol und im Herbst nochmal drei Wochen in Österreich“ so Heinz Wollmann. „Ja, wir haben schon gelebt“, pflichtet ihm seine Frau bei, die auf diesen Reisen immer leidenschaftlich fotografiert hatte. Seit zwei Jahren fährt Heinz Wollmann allerdings nicht mehr Auto. Es sei einfach an der Zeit gewesen, damit aufzuhören, aber man komme in Kempten auch mit dem Bus überall hin. Auf die Frage, ob es ein Geheimrezept dafür gibt, es so lange miteinander auszuhalten, meinen die Wollmanns kurz: „Für uns war es nie ein Aushalten. Es gab natürlich Höhen und Tiefen, aber die haben wir immer miteinander durchgestanden.“ 

Günther Hammes

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