Operette kommt gut an

Gelungene Vorstellung

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Die Operette „Die Rose von Stambul“ begeistert das Publikum in Isny.

Isny – Isny kann stolz sein. Seit 25 Jahren ist das Opernfestival jedes Jahr einer der kulturellen Höhepunkte und Hans-Christian Hauser, Initiator und Kulturträger seiner Heimatstadt, schafft es immer wieder Menschen für seine Idee zu begeistern, in der Stadt eine Oper oder Operette aufzuführen.

Zum diesjährigen Jubiläum wurde die Operette „Die Rose von Stambul“ von Leo Fall vergangene Woche aufgeführt.

Auf eine ganze Schar bewährter Helfer kann Hauser jedes Jahr zurückgreifen. Kulturmanagement, Unterbringung der Musiker und Interpreten, Sicherung des finanziellen Hintergrundes, alles will zum Funktio- nieren gebracht werden und dann ist es auch noch die Inszenierung an sich, die jedes Mal neue Herausforderungen mit sich bringt. Hans-Christian Hauser hat meist einen sicheren Instinkt für das Machbare und seine Besetzungen der jeweiligen Rollen gelingen jedes Jahr auf’s Neue. Eines bleibt dabei als Kernpunkt stehen: Das Isnyer Opernfestival ist vor allem auch ein Forum für junge Künstler, die hier Bühnenerfahrung sammeln können und gerade in der manchmal notwen- digen Improvisation Qualität, Stehvermögen und Nervenstärke beweisen.

Die Premiere der Operette am Dienstag vergangener Woche konnte allerdings nicht wie geplant auf der Freilichtbühne unter Trauerweiden an der Stadt- mauer stattfinden. Pünktlich zum geplanten Beginn zogen dicke Wolken auf und brachten eher ein Szenario für die Götterdämmerung zustande. Nach kurzer Wartezeit erfolgte schließlich der Umzug ins Kurhaus am Park. Und schon mit den ersten Klängen der Leo Fall Operette war das „Draußen“ vergessen. Nichts Tragisches, höchstens Melancholisches, kam bei dem Premierenpublikum an. Hauser riss die Musiker mit, ließ die Stimmen zu einem Teil des Ganzen werden und gestattete nur gelegentlich Dominanz der Sängerinnen und Sänger. Das Ganze in eine Vogel-Voliere zu verlegen und damit auch fantasievolle Kostüme zu ermöglichen, war deutlich eine Hauser-Idee.

Mikyoung An als „Rose von Stambul“ war auch in den Sprechpartien gut verständlich, der Damenflor um sie herum zwitscherte und posierte was das Zeug hielt und Sadi, der Diener (Martin Petschan), war mit seiner Pantomime und den Tanzschritten ebenfalls ein Hingucker der besonderen Art. Frits Kamp als Kemal Pascha, der Vater der umworbenen Rose, trat würdig auf wie ein weiser Marabu, dominierte schon durch seine Figur und fühlte sich in seiner Rolle sichtlich wohl. Young-O Na hatte als Osman Bey alias Andrè Léry die Möglichkeit, seine Stimme voll einzusetzen und auch schauspielerisch konnte er überzeugen. Der Wechsel der Szene nach der etwas unglücklichen Hochzeit (jedenfalls für Kondja Gül) in die für Freiheit stehende Schweiz und der schnelle Wechsel aus dem exotischen Vogelkostüm in europäisierte Kleidung führt dann bald zum glücklichen Ende, denn jetzt wird es auch Konja Gül klar, dass Osman Bey, ihr Ehemann, gleichzeitig der geliebt Dichter Andrè Lély war.

Auch Benjamin Leist in seiner Kinderrolle als Hirschkäfer oder Hotelpage brachte das Publikum zum Schmunzeln. Durch das ganze Stück zog sich ein Hauch von Fröhlichkeit. Die Vorstellungswelt des Komponisten aus dem beginnenden 20. Jahrhundert war ein Stilelement und in den einzelnen Passagen auch überzeugend dargestellt.

Bleibt zu hoffen, dass die Vorstellungen am 11. Juli im Cuvillie Theater in München und am 13. Juli im Wilhelma Theater in Stuttgart ebenfalls gut über die Bühne gehen.

Manfred Schubert

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