Jazz in Kempten geprägt

Viel bewegt im Kulturleben der Stadt

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OB Dr. Ulrich Netzer (rechts) ließ es sich nicht nehmen, dem Kleinkunstverein Klecks zum 30-jährigen Bestehen zu gratulieren. Er wurde im Kornhaus vom Vorsitzenden Gerhard Zipperlen (links) und Künstler-Betreuer Reinhard Koslitz begrüßt.

Kempten – Einer der Höhepunkte des Kemptener Kulturlebens ist sowohl für die Bewohner der Allgäu-Metropole selbst, wie deren zahlreiche Besucher, der Jazz-Frühling. Jedes Jahr im Frühjahr strömen Tausende von Besucher aus nah und fern zu den rund 100 Jazz-Konzerten à la couleur im Stadtgebiet.

Aus der Taufe gehoben wurde der Kemptener Jazz-Frühling im Jahre 1985 durch den Kemptener Kleinkunstverein Klecks e.V. Dieser gründete sich zwei Jahre zuvor im Jahre 1983 und hatte sich zum Ziel gesetzt in der alpenländischen Region des Allgäus neben Blas- und Volksmusik, auch den damals stark amerikanisch geprägten Jazz zu etablieren.

„Am Anfang haben die Leute nur gedacht, ja mei, die fangen gemeinsam an auf den Instrumenten zu spielen, hören aber nicht gemeinsam auf“, so der Künstler-Betreuer des Klecks e.V. Reinhard Koslitz bei seiner Laudatio auf das 30-jährige Bestehen des Kleinkunstvereins Klecks am Freitagabend im Kornhaus. „Es gab viele Ressentiments gegen diese Art von Musik und ich möchte hier nicht aussprechen, was uns da alles entgegenkam. Aber nach 30 Jahren kann mit Fug und Recht behauptet werden, wir haben den Kemptener Jazz-Frühling zu einer weltweit beachteten Marke gemacht“, meinte Koslitz stolz und selbstbewusst in seiner Jubiläumsansprache.

Viele Jazz-Größen

Recht hat er, wenn man sich die Liste der Jazz-Größen anschaut, die schon zu Gast auf dem Allgäuer Festival waren. So wie die unlängst verstorbene Jazz-Legende Paul Kuhn, aber auch internationale Jazz-Ägiden wie Lionel Hampton, das Modern String Quartett, Dave Brubeck, Michael Petrucciani oder Al di Meola gaben sich beim Kemptener Jazz-Frühling über die letzten 30 Jahre die Klinke in die Hand. Und dabei waren diese internationalen Stars der Jazzmusik immer ganz nah beim Publikum und hautnah zu erleben.

Diese Nähe zum Publikum, „der ständige Dialog mit den Zuhörern“, das war das Geheimrezept des Festivals, auch nach Meinung von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), das über die Jahre zum überragenden Erfolg geführt hat. Dieser dankte in seiner Ansprache am Abend, ebenso wie der Vorsitzende des Kleinkunstvereins Gerhard Zipperlen und dessen Künstler-Betreuer Reinhard Koslitz, der Arbeit der vielen ehrenamtlich Mitwirkenden des Kemptener Kleinkunstvereins Klecks und hob dabei aber gesondert noch einmal die hervorstehende Leistung des 2012 verstorbenen Mitbegründers und jahrelangen Vorsitzenden Hansjürg Hensler hervor.

Der launige Festabend wurde mit rund 200 Gästen unter Mitwirkung der Band „Kerber Brothers Alpenfusion“ mit transglobalem Etnojazz, sowie der renommierten Allotria Jazz Band aus München und zu guter Letzt mit dem Kabarett-Duo „Mehlprimeln“ mit Aus-zügen aus ihrem Programm „Kurz vorm Gebiss“ gestaltet. Auf Anfrage ließen sowohl der Vorsitzende des Kemptener Kleinkunstvereins, Gerhard Zipperlen, als auch Künstler-Betreuer Reinhard Koslitz verlauten, dass sich der Kemptener Jazz-Frühling zukünftig mehr der Jugend öffnen möchte.

Durch den Wegfall des alten Wirtshauses „Klecks am Hofgarten“ als Austragungsstätte der Jazz-Sessions war der Kleinkunstvereins ohnehin gezwungen sich auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten zu machen. Neben dem Wirtshaus „Zum Stift“, wird es zukünftig Veranstaltungen des normalen Jahresprogramms, sowie des Jazz-Frühlings, auch im frisch renovierten Künstlerhaus geben. Ein idealer Ort um auch jüngere Zielgruppen ins Auge zu fassen.

Jörg Spielberg

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