220 Jahre Marktrecht

1789 hat Weiler-Simmerberg das Marktrecht erhalten und durfte sich fortan mit dem Namenszusatz Markt schmücken. Es war Altbürgermeister Heribert Riedmüller, der vor 20 Jahren, zum 200-jährigen Jubiläum der Markterhebung, die Idee für das Weilerer Marktfest hatte. Seither wird es alle zwei Jahre gefeiert und ist zwischenzeitlich ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in der Westallgäuer Gemeinde. Koordiniert durch den Marktausschuss und die Gemeinde habe 26 Vereine und unzählige Markthändler in diesem Jahr zum Gelingen beigetragen.

Das Jubiläum kümmerte den zwölfjährigen Franz und den fünfzehnjährigen Noris herzlich wenig. Die beiden Gespannpferde mussten an diesem Tag arbeiten. Mit Schellen und schönem Pferdegeschirr geschmückt zogen sie den Brauereiwagen an der Spitze des festlichen Umzugs beim Einzug der Marktleute. Roland Schmid aus Oberstaufen lenkte die beiden Gespannpferde mit ruhiger Hand auf den Kirchplatz. Wenn der Bierkutscher kommt, dann wird logischerweise ein frisches Fass angestochen, so auch in Weiler. Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph begrüßte die Gäste und mit einem Dank an den Festausschuss, die Bauhofmitarbeiter und die mitwirkenden Vereine und Helfer eröffnete er das Marktfest. „Wettermäßig haben wir es genau erwischt und wir haben noch viele Überraschungen für sie parat“, mit diesen Worten lud er Bürger und Gäste zum Mitfeiern ein. „Naschen und probieren lohnt sich, gehen sie auf und ab“, warb er für das vielfältige kulinarische Angebot. Formen, Farben, Gerüche Die Musikkapelle Simmerberg spielte zum Frühschoppen auf und die Gäste genossen den zusehends schönen Tag. Am Morgen hatte es noch kräftig geregnet, doch im Tagesverlauf gewann sie Sonne die Oberhand und bescherte dem Weilerer Marktfest den entsprechenden Rahmen. Der Bummel über den Krämermarkt war ein ganz besonderes Erlebnis. In den Straßen und Gassen zwischen Kornhaus, Heimatstube und Kirchplatz wurde ein kurioses Sammelsurium an Produkten angeboten. Schnürsenkel und Socken, Haushaltsgeräte und Hosenträger, Geldbörsen und Gewürze, Lederfett und Leckereien – mehr als 80 Händler hatten zum Krämermarkt ihre Stände aufgebaut. Eine beeindruckende Fülle von Formen, Farben und Gerüchen, flankiert von einem klassischen Flohmarkt. Weiler versteht es zu feiern und so warb der Musikverein Weiler auch schon mit einem Plakat in luftiger Höhe für das Sommerfest am 15. August. Zusammen mit einer Tuba hing die Werbetafel für das nächste Großereignis an einem Hubwagen, hoch über dem Stand der Jugendmusikschule.

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