60 Jahre zusammen

„Einen kühlen Kopf bewahren”, das ist Alfred Wollners (rechts) Geheimnis, wenn er über die Erfolgsformel seiner nun schon 60 Jahre andauernden Ehe mit seiner Gattin Emma Wollner spricht. Bürgermeisterin Sybille Knott kommt gerne zu den beiden nach Hause, um bei Kaffee, Sekt und Kuchen mit einem Geschenk der Stadt aufzuwarten und beiden Respekt und Anerkennung angesichts ihrer beiden Lebensleistung auszusprechen. Foto: Spielberg

Sechzig Jahre, das sind rund 21 900 Tage oder rund 526 000 Stunden. Eine wirklich lange Zeit und manchmal trifft man im Leben auf Menschen, die eine solche Zeit gemeinsam verbracht haben. Eheleute eben, die seit 60 Jahren verheiratet sind. Das Ehepaar Alfred und Emma Wollner, die heute im Thingers leben, sind so ein Paar. 1952 haben die beiden geheiratet, das war in Kranstädt im Kreis Ratibor, ehemaliges Oberschlesien, heute eine Gegend, die zu Polen gehört. Vergangene Woche feierten sie nun Diamantene Hochzeit.

Es war nicht immer einfach nach dem Krieg für die Eheleute Wollner im Nachkriegspolen. Es wurden den Deutschen schon gezeigt, wer nach den Wirren des 2. Weltkrieges nun das Sagen hatte, erzählt Alfred Wollner bei Kaffee, Sekt und Kuchen im Rahmen einer kleinen Feier anlässlich des Bestehens seiner 60 Jahre währenden Ehe mit seiner Ehefrau Emma, geborene Zdralek. Kennengelernt hatten sich die beiden auf einer Baustelle, er war dort als Vorarbeiter beschäftigt, sie kam am Abend zum Putzen. Schnell funkte es zwischen den beiden und schon bald ließ sich Alfred Wollner von seiner Auserwählten mit allerlei selbstgemachten Leckereien verwöhnen, die sie ihm mit zur Baustelle brachte. Alfred Wollner erinnerte sich, dass seine Kollegen ihn eigentlich mit Emmas jüngerer Schwester verkuppeln wollten. Alfred Wollner wusste aber was er wollte. Seine Frau sollte älter sein als er, denn er suchte eine Partnerin mit Reife, die ihm bei wichtigen Entscheidungen im Leben mit weisem Rat zur Seite stehen konnte. Alfred Wollner hat viel in seinem 82-jährigen Leben gearbeitet, als Maurer und Polier auf Baustellen, war als Fakturist in einem Betrieb mit landwirtschaftlichen Gütern tätig, hat Gräber ausgehoben, in technischen Betrieben geschafft und schuftete als Waldarbeiter. Beim Ausüben der zuletzt genannten Tätigkeit verletzte er sich allerdings Ende der 80er Jahre so schwer, dass er invalide wurde und eine Invalidenrente zugesprochen bekam. Vier Kinder Kurze Zeit später ging für die beiden Eheleute ein lange gehegter Plan in Erfüllung – die Umsiedlung nach Deutschland im Jahr 1989. Nach Stationen im Auffanglager Friedland und der Gemeinde Rettenberg zog das Paar 1990 nach Kempten und erhielt eine Wohnung im Thingers. Dort leben beide noch immer glücklich zusammen, sie kümmert sich noch mit Freuden um die häuslichen Angelegenheiten und Alfred Wollner genießt seinen Lebensabenden mit Spaziergängen an der frischen Luft. Beide haben vier Kinder groß gezogen, von denen zwei noch in Polen leben. Eine Tochter wohnt mittlerweile in Berlin und ein Sohn ist hier bei ihnen in Kempten.

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