"Nicht leichter geworden"

Gemischte Gefühle beim City Management Kempten

+
Abstimmungsleiter Gerhard Juli (ganz links), CM-Geschäftsstellenleiterin Katinka Zimmer (2.v.li.) und der Vorstand des City Management, (v.l.) Joachim Saukel (Laufsport Saukel), Schatzmeisterin Annette Pickert (Staehlin), 1. Vorsitzender Christian Martinsohn (Mode Reischmann), 2. Vorsitzender Dr. Richard Schießl (Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung der Stadt Kempten), Schriftführer Hannes Palmer (Parktheater), Katharina Reiser (Center Manager Forum Allgäu) und Dietmar Wolz (Bahnhof Apotheke).

Kempten – Stadtfest, Autoausstellung, Tag der Musik, Sport- und Familientag, Alpiner Wintergenuss, Das Allgäu packt‘s und natürlich die lange Einkaufsnacht – die Veranstaltungen, die das City Management Kempten alljährlich in der Allgäumetropole auf die Beine stellt, sind jedem bekannt. Bei der Jahreshauptversammlung im Parktheater blickte der Vorstand der Interessengemeinschaft, in der rund 180 Kemptener Einzelhändler, Gastronomen und andere Unternehmen gemeinsam an einem Strang ziehen, auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück. Nicht nur der Onlinehandel, auch die im Raum stehende Entwicklung von Einzelhandelszentren am Stadtrand bereitet den Akteuren Sorgen.

Neben oben genannten Events ist das City Management (CM) für die Schexs in the City verantwortlich, ebenso wie für die Kemptener Weihnachtsbeleuchtung, das Quartiersmanagement nördliche Innenstadt, den offiziellen Stadtführer, den Paketbus zur Adventszeit sowie die Projekte Nette Toilette und Familienfreundliche Innenstadt. Die Mitglieder profitierten 2017 erstmals vom CIMA-Storecheck und der Passantenfrequenzmessung. Organisiert wurden all diese Aktivitäten von dem fünfköpfigen Geschäftsstellenteam um Leiterin Katinka Zimmer. Der 1. Vorsitzende des CM, Christian Martinsohn, lobte denn auch „den Enthusiasmus und die tolle, leidenschaftliche und aufopferungsvolle Arbeit“ der Teammitarbeiter.

Zu den Zahlen: Die Gesamteinnahmen des City Management beliefen sich 2017 auf 404.023 Euro. Diesen standen Gesamtausgaben in Höhe von 446.870 Euro gegenüber. „Der Verlust in Höhe von 42.847 Euro ist bedingt durch den Umzug der Geschäftsstelle, weniger Mitgliedsbeiträge als geplant und weniger Einnahmen aus den Projekten und Veranstaltungen“, erklärte Katinka Zimmer. Ein weiterer Grund seien die stark gestiegenen Ausgaben für Sicherheitsvorkehrungen. Dies schlage vor allem beim Stadtfest zu Buche. „Das Minus wird aus Rückstellungen des Vereins finanziert.“ Der Vermögensüberhang zum 31.12.2017 beträgt 72.392 Euro. 

Im Haushalt 2018, in dem ein Budget in Höhe von 429.500 Euro veranschlagt wurde, „rechnen wir mit einem deutlich geringeren Verlust, in Höhe von 7700 Euro“, betont sie. Dass das Engagement des CM nicht auf purem Eigennutz beruht, zeigt die Tatsache, dass die Spendengelder in Höhe von 13.338,68 Euro, die beim Tag der Musik zusammen kamen, an die Körperbehinderte Allgäu gGmbH und das Autismuszentrum Schwaben übergeben wurden.

„Der Handel ist nicht leichter geworden“, stellte Martinsohn fest. Daher verdiene der Einsatz des Stadtrates für den Einzelhandel in der Innenstadt (Stichwort: Großes Loch) besondere Erwähnung und Dank: „Diese konsequente Haltung ist nicht selbstverständlich.“ Oberbürgermeister Thomas Kiechle zollte seinerseits der Arbeit des City Managements Anerkennung. Woanders gebe es im Handel kein Miteinander, sondern „eher ein Zerren“. In Kempten gehe man hingegen einen „gemeinsamen Weg mit gemeinsamen Entwicklungen und Projekten“. 

Dies sei auch in Zukunft sehr wichtig, denn hiervon profitierten letztlich alle. Kempten sei laut Statistik in puncto Einzelhandelsumsatz pro Bürger deutschlandweit auf Platz acht. Mit dem Erfolgsrezept „Attraktivität und Angebot“ sei es – nicht zuletzt durch den Einsatz des City Managements – gelungen, die Einkaufs- und Erlebnisstadt Kempten noch weiter voranzubringen. Im Hinblick auf die aktuell diskutierte Ausweitung des Handels in der Ulmer Straße, Fenepark und der Ari-Kaserne betonte Kiechle, es seien „noch lange keine Entscheidungen getroffen. Wir gehen Entwicklungen mit, aber wir betrachten jeden einzelnen Schritt genau. Wir wollen den Einzelhandel in der Innenstadt auch in Zukunft schützen“. (siehe auch Artikel auf Seite 2) Der städtische Zuschuss für das City Management wurde um 35.000 Euro auf 75.000 Euro angehoben.

Für das laufende Jahr kündigte der Vorstand kleinere Änderungen an: Zusätzlich zu den großen Veranstaltungen (Zimmer: „Vor allem das Stadtfest ist für uns immer ein wahnsinnig tolles Fest, in dessen Vorbereitung wir sehr, sehr viel Herzblut und Energie stecken“) findet heuer erstmals die Vortragsreihe „Zukunftswerkstatt Kempten 2018“ statt, die die Mitglieder „fit für die Zukunft“ machen soll. Ab Herbst will das Geschäftsstellenteam beim Leerstandsmanagement unterstützend tätig werden. 

Wegfallen werden hingegen der CIMA Storecheck, der Stadtführer („wir haben keine Kooperation zustande bekommen und arbeiten an einer Neuentwicklung in digitaler und/oder Printform“) sowie der Paketbus, der „sehr hohe Kosten verursacht hat“. In Zukunft soll die Autoausstellung zum Mobilitätstag „mit vielen Facetten“ weiterentwickelt werden. Zudem sollen Netzwerkaktivitäten durch ein angedachtes Unternehmerfrühstück oder den im Herbst stattfindenden Unternehmerstammtisch gestärkt werden. Katinka Zimmer: „Bitte suchen Sie das Gespräch mit uns. Wir sind für Anregungen, Fragen, Kritik und Wünsche immer offen.“

Sabine Stodal

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Bürgerversammlung zum geplanten Umbau Berliner Platz und Ari-Kaserne
Bürgerversammlung zum geplanten Umbau Berliner Platz und Ari-Kaserne
Kreiskliniken Unterallgäu wollen künftig mit Kempten/Oberallgäu sondieren
Kreiskliniken Unterallgäu wollen künftig mit Kempten/Oberallgäu sondieren
59-Jährige aus Kempten vermisst
59-Jährige aus Kempten vermisst

Kommentare