Wichtiger Verein

Schwierige Geldbeschaffung

+
Renate Hinz, Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Kempten und Umgebung.

Kempten – Die Kreisverkehrswacht Kempten und Umgebung hat Schwierigkeiten, Gelder für ihre Angebote zu beschaffen. Das verdeutlichte die Vorsitzende Renate Hinz bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag vergangener Woche im Restaurant „Waldhorn“.

10 580 Euro gab der Verein 2012 für Projekte wie „Könner durch Erfahrung“ aus, der Eigenanteil betrug dabei 8544 Euro.

Der Ansturm auf die Projekte sei enorm groß, gab Renate Hinz bekannt. „Wir alle müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass Tag für Tag schwere Unfälle passieren“, sagte der stellvertretende Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Er hob die Arbeit der Verkehrswacht hervor, die Kindergarten- und Schulkinder in Verkehrerziehung schule. Bürgermeister Josef Mayr (CSU) dankte dem Verein für ein intensives und gemeinsames Arbeitsjahr. „Unser Problem ist, dass der Verkehr in unserer Stadt immer dichter wird. Dadurch entstehen immer mehr Gefahren.“ Im Straßenverkehr bedürfe es vieler Vorbilder. „Würde die Verkehrswacht nicht mitarbeiten, hätten wir noch schlimmere Zahlen zu beklagen“, betonte Mayr.

Laut Renate Hinz sei das Jahr 2012 für den Verein schwierig, aber erfolgreich gewesen. „Die Kreisverkehrswacht hat an Gewichtung nicht verloren, denn die Menschen haben einen wachsenden Mobilitätsbedarf.“ Die Vorsitzende bedankte sich bei der Justiz für die „nicht unerheblichen Bußgeldzuweisungen“. Alle Maßnahmen finan- ziere die Kreisverkehrswacht durch Mitgliederbeiträge, Sponsoren, Spenden, Zuwendungen und staatliche Mittel, die sie über die Landesver-kehrswacht erhalte. „Wir haben von den Kindergartenkindern über Schüler, Jugendliche, Fahranfänger und Erwachsene bis hin zu der älteren Generation sicherheitsrelevante Schulungen, Beratungen und Aktionen durchgeführt und dabei viel Verständnis erfahren“, so Hinz.

Letztlich sei der Fahrer dafür verantwortlich, dass der Weg zur Schule, zu Freunden, zum Sport nicht zum Unglück werde. „Aber immer noch sieht man Kinder ungesichert im Auto, immer noch kommt es zu Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen“, beklagte Renate Hinz. Die Kreisverkehrswacht müsse neue Mitglieder und Interessierte gewinnen. Dazu wolle Hinz eine Aktion starten und „auf die Straße gehen“. Durch den Abzug der Bundeswehr im Jahr 2016 stehe das Trainingsgelände der Kreisverkehrswacht Kempten nicht mehr zur Verfügung. „Wir müssen bemüht sein, ein stadtnahes Gelände zu finden, das den Trainingsansprüchen gerecht wird“, erklärte Hinz.

Weniger Zuweisungen

Die Schatzmeisterin Kathrin Putz berichtete, dass der Geldbestand des Vereins von 42 038 Euro am 1. Januar 2012 auf 36 014 Euro am 31. Dezember 2012 gesunken sei. Auch die Zahl der Mitglieder habe sich verringert. „Die Bußgeldzuweisungen sind stark zurückgegangen“, so Renate Hinz. Einige Vereinsmitglieder nannten als Grund dafür, dass die Justiz Bußgelder verstärkt an andere Vereine weiterleite. 10 580 Euro habe die Kreisverkehrswacht im Jahr 2012 für ihre Projekte ausgegeben, teilte Hinz mit. Der Eigenanteil daran habe 8544 Euro betragen. „Man tut sich schon wahnsinnig schwer, die Gelder zusammenzubekommen.“

Klaus Schorm, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Kempten sprach über das Verkehrsunfall-geschehen im Jahr 2012. „Bundesweit stieg die Zahl der Ver- kehrsunfälle gegenüber 2011 von 2,36 auf 2,38 Millionen.“ Im Vorjahr seien dabei 3601 Menschen getötet worden, 2011 seien es noch 4009 Personen gewesen. „2012 starben 662 Personen in Bayern im Straßenverkehr“, erläuterte der Referent. Im Bereich des Poli-zeipräsidiums Schwaben Süd/ West habe es im Vorjahr bei 25 523 Verkehrsunfällen 48 Tote gegeben. Im Jahr 2011 seien bei 23 851 Unfällen 69 Menschen auf der Straße ums Leben gekommen. „Innerhalb eines Zehnjahreszeitraumes ist beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West bei den Ver-kehrstoten eine Tendenz, die nach unten geht, erkennbar – abgesehen von den Ausreißern in den Jahren 2009 und 2011“, so Schorm.

2012 habe es im Bereich der Polizeiinspektion Kempten 680 Unfallfluchten gegeben, die Zahl sei gegenüber den Vorjahren gestiegen. „Die Zahl der Fahrten unter Alkoholeinfluss hat sich 2012 ebenfalls von 44 auf 56 erhöht“, so Schorm.

Franziska Kampfrath

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried

Kommentare