2018 vielseitiges Programm

Noch 13 Wochen bis zum Jazz Frühling

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Da bekommt man gleich wieder Lust auf den Jazzfrühling: Die Zucchini-Sisters spielten letztes Jahr.

Kempten – Das Programm steht: gut 60 Konzerte in über 20 Veranstaltungsorten warten vom 28. April bis zum 6. Mai beim 34. Kemptener Jazzfrühling auf ihr Publikum.

Nachdem die Macher beim letztjährigen Festival ganz auf große, internationale Bands verzichtet haben und dennoch ein Festival auf die Beine stellten, das auf allen Seiten zufriedene Gesichter hinterließ, wird es dieses Jahr wieder zwei große Namen geben, John Scofield und das Count Basie Orchestra unter Scotty Barnhart. 

Stets Musiker oder Bands der international ersten Riege zu präsentieren ist nicht mehr so wie vielleicht in früheren Zeiten das Hauptanliegen der Veranstalter, doch wenn es sich ergibt, dann können einige Zugpferde auch heutzutage nicht schaden. 

Planen könne man dies aber nicht, so Andreas Schütz vom dreiköpfigen Booking-Team des Kleinkunstvereins Klecks. e.V., denn das Programm, das bis November für den jeweils nächsten Jazzfrühling stehen sollte, ist eine Mischung aus finanziellen und terminlichen Möglichkeiten und musikalischen Wünschen und Überlegungen des Vereins. Was dann am Schluss herauskommt, ist auch für den ersten Vorsitzenden des Vereins, Gerhard Zipperlen, immer wieder überraschend.

In diesem Jahr freut er sich besonders auf das Cristin Claas Trio, von dem er sich vor Jahren ein Album kaufte, das er immer noch gerne hört. Er hatte 2012 nach dem Tod des Jazzfrühling-Gründers Hansjürg Hensler das Amt des Vorsitzenden übernommen und entsprechend seiner Vorstellung von Vereinsarbeit versucht, die nötigen ehrenamtlichen Tätigkeiten auf viele, möglichst junge Schultern zu verteilen. 

Dadurch hat sich nicht nur die Musikausrichtung, sondern auch die Arbeit im Klecks verändert. Sie ist strukturierter und professioneller geworden; wo früher Hansjürg Hensler für alles und jedes zuständig war, steht jetzt das Zusammenwirken vieler Arbeitsgruppen im Vordergrund.

Was als Aufgabe geblieben ist und woran man auch im 34. Jahr arbeite, ist das oft nicht zutreffende elitäre Image des Jazz bei Nichtliebhabern zu verbessern. Am besten ist das zu erreichen, indem junge, frische Bands präsentiert werden, die bereits beim ersten Hören diesen alten Klischees widersprechen. 

Die Münchner Band Jazzrausch hat dies beim letztjährigen Jazzfrühling mit ihrer faszinierenden Mischung aus Bigbandsound und Techno-Groove bewiesen und ist wieder engagiert worden. Sie bestreitet in diesem Jahr sogar die Eröffnung am Rathausplatz und wird die entsprechende Aufmerksamkeit bei der allgemeinen Bevölkerung erhalten.

Ansonsten gibt es wieder eine sehr vielfältige Auswahl von Bands und Gruppen, die die große Bandbreite einer Musik, die nicht auf einen Stil festgelegt ist, zeigen soll. Klassischer Gypsy Swing von Sandro Roy bis zu dem sehr ausgefallenen Bandprojekt Shake Stew des Österreichers Lukas Kranzelbinder seien hier stellvertretend genannt. 

Eine interessante Neuerung für den Geldbeutel der Vielhörer dürften die Rabatte beim Kauf mehrer Karten sein und vor allem das Angebot eines Festivaltickets, das zu einem erschwinglichen Preis Einlass zu allen Veranstaltungen ermöglichen soll.

Jürgen Kus

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