Jeder Euro ein Zentimeter

Ruhig und versteckt im Kemptener Wald liegt die Burgruine Wolkenberg. Auf einem Hügel nahe der B12 erstrecken sich die Mauerreste als Zeugen einer anderen Zeit. Doch genau diese Zeit ist das Problem: „Jeden Tag, den wir jetzt noch warten, bedeutet später mehr Arbeit für uns“, erklärt Norbert Englisch, Vorsitzender des Vereins Burgfreunde Wolkenberg. Deshalb hat der Verein in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege jetzt mit der Sanierung der Ruine begonnen. Noch nicht sicher gestellt ist allerdings die komplette Finanzierung des Vorhabens.

Zahlreiche Besucher und Wanderer nutzen die historische Burgruine als Ausflugsziel und erfreuen sich über das schöne Kleinod im Oberallgäu. Allerdings gingen die vergangenen Jahrzehnte nicht spurlos an den zuletzt in den 80er Jahren sanierten Mauern vorbei. So stechen insbesondere die Schäden und Lücken mittlerweile auch Laien deutlich ins Auge. Dazu kommt, dass Schäden sich sehr schnell erweitern, wenn das Mauerwerk ersteinmal aufgebrochen ist. „Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis aus einem kleinen Ausbruch ein neuer Wanddurchbruch entsteht“, erklärt Englisch. Dem voranschreitenden Verfall wollen die Burgfreunde nun Einhalt gebieten. Ziel ist der Erhalt der vorhandenen Mauern und Anlagen, damit sich auch kommende Generationen an dem historischen Bauwerk erfreuen können. „So wurden schon in den letzten zwei Jahren die seit 20 Jahren vorhandenen Schutzdächer komplett mit Vereinsmitteln erneuert“, berichtet der Vereinsvorsitzende. „Jetzt gilt es die Mauern in Angriff zu nehmen.“ Nach mehreren Vorgesprächen und Ortsterminen mit Vertretern aus Forst, Gemeinde, Verein und Denkmalpflege haben jetzt die ersten Arbeiten zum Erhalt der Ruine begonnen. Unter der Anleitung von fachkundigen Mitarbeitern des Landesamtes für Denkmalpflege werden die ersten großen Schäden fachmännisch saniert. Großes Augenmerk wird hierbei auf die Auswahl der verwendeten Baumaterialien sowie die Umsetzung der alten Techniken des Maurerhandwerks gelegt. „Schließlich soll der Charakter und die Authentizität der Ruine bewahrt werden“, betont Vorsitzender Englisch. Sponsoren gesucht Bei der Finanzierung ist der Verein auf die Spenden und öffentliche Zuwendungen angewiesen. „Wir können froh sein, dass wir im Wildpoldsrieder Gemeinderat auf offene Ohren stoßen und in der Öffentlichkeit eine breite Unterstützung für die Maßnahme haben“, berichtet der Chef der Burgfreunde. Trotzdem sei der Club weiterhin auf Spenden und Unterstützung angewiesen. Derzeit kalkulieren die Burgfreunde mit Kosten in Höhe von 100 Euro pro laufenden Meter Außenmauer. „Bei knapp 450 Metern sanierungsbedürftiger Mauerlänge wird schnell klar, dass das nicht auf einmal finanziert werden kann“, so Englisch. „Jedoch hilft uns im wahrsten Sinne des Wortes jeder Euro einen Zentimeter weiter bei unserer Arbeit. Mit dem Beginn der Arbeiten wird der Grundstein für die fachgerechte Erhaltung der Burgruine Wolkenberg gelegt. In den kommenden Monaten wird Abschnitt für Abschnitt in Angriff genommen. Die Burgfreunde selbst rechnen damit, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, ehe alle Schäden behoben sind.

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