Standorte für Erstaufnahme-Dependancen

Jeweils 190 Flüchtige sollen am "Adelharzer Weg" und am "Sportplatz Riederau" unterkommen

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Beispiel einer Gemeinschaftsunterkunft in Marktoberdorf, wie sie in Kempten angedacht ist.
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Die schraffierte Fläche zeigt das Areal, das für die temporäre Unterbringung für bis zu 190 Flüchtige am Adelharzer Weg hinter der Käserei Edelweiß entstehen soll.
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Am Sportplatz Riederau soll auf der schraffierten Fläche eine Depandance zur Erstaufnahme von Flüchtigen für eine Aufenthaltsdauer von jeweils drei bis fünf Monaten entstehen.

Kempten – Die Würfel für die Standorte der „Unterbringungsdependancen für Flüchtlinge“, wie es in Amtsdeutsch heißt, sind gefallen:

Jeweils 190 Personen sollen künftig in dann eigens dafür errichteten modularen Holzbauten am „Sportplatz Riederau“ (auf dem östlichen Teil, so dass der Rest weiterhin zur Nutzung durch Sportvereine etc. erhalten bleibt) sowie am „Adelharzer Weg“ hinter der Käserei Edelweiß untergebracht werden. Beide Areale werden laut Stadtverwaltung umzäunt. Der Entscheidung seien „viele intensive Prüfungen“ an den insgesamt 18 Standortoptionen vorausgegangen, betonte OB Thomas Kiechle bei der Bekanntgabe zu Beginn der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses diese Woche. 

Bereits im Juni dieses Jahres hatte die Stadt in einer Pressemitteilung verkündet, dass es in Kempten kein ANKER-Zentrum geben werde, sondern die Stadt einer von mehreren Standorten mit Unterkunftsdependancen für Asylsuchende im Regierungsbezirk Schwaben (Mering, NeuUlm und drei in Augsburg) werde. Zentraler Behördenstandort für die Asylbewerber ist Augsburg. Es sei „eine echte schwäbische Solidarität, die diesen Weg möglich gemacht hat“, so Kiechle. 

Acht Kriterien waren für die Auswahl entscheidend, u.a. ÖPNV-Anbindung, Erreichbarkeit der Nahversorgung, Erschließung, Verfügbarkeit der Flächen mit erforderlicher Mindestgröße von 5200 Quadratmetern. An den auserkorenen Orten seien „alle erfüllt“, so der OB. Als Träger der Einrichtungen plane die Regierung von Schwaben bereits eine Bürgerinformationsveranstaltung. Da die Gebäude erst noch errichtet werden müssen, geht Sozialreferent Thomas Baier-Regnery von einer Inbetriebnahme frühestens Mitte des Jahres 2020 aus. Die Aufenthaltsdauer der dort untergebrachten Menschen werde voraussichtlich jeweils zwischen drei und fünf Monaten liegen, bevor sie in Schwaben verteilt würden. Die Gebäude zur Unterbringung sehen pro Standort einen Wohnbereich mit 48 Vierbettzimmern, teilweise mit Verbindungstüren für größere Familien, vor; zentrale nach Geschlechtern getrennte Wasch- und Toilettenbereiche; einen zentralen Versorgungsbereich mit Speiseraum für 190 Personen, eine Großküche sowie Lagerkapazitäten; ein Verwaltungsmodul mit Büros für die Heimverwaltung, Sicherheitsdienst, für die Stadt als zuständige Leistungsbehörde, einen Kassenraum und auch Räume für einen MEDI-Point, Kleiderkammer, eine Asyl-Sozialbetreuung vor Ort und manches mehr. 

Ferner soll es dort Schulungs- und Gruppenräume für BAMF-Kurse sowie – an einem der beiden Standorte – eine Kinderbetreuung und Schule geben. "Handelbare Größen" Mit dieser Lösung reduziert sich die Aufnahmekapazität für Kempten von ursprünglich mehreren tausend Flüchtigen in einer Ankereinrichtung, später dann 1000 für eine begrenzte Zeit, auf nun „handelbare Größen“ von zweimal 190 Personen, insgesamt also 380, zeigte Kiechle sich erleichtert. „Ich konnte deutlich machen, dass wir die Artilleriekaserne dringend für die wirtschaftliche Entwicklung brauchen“, drängte der OB auf den (dann auch diskussionslos einstimmigen) Beschluss für die Dependancen, „um dann auch die Freigabe der Artilleriekaserne zu erreichen“. 

Christine Tröger

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