48 Stunden im Einsatz

"Anstrengend, lehrreich, sauguat"

+
Bei einer Fete am Waldrand kam es zu einer Verpuffung – die Feiernden erlitten Rauchgasvergiftungen und Brandverletzungen.

Bodelsberg – Zu einer Großübung haben die Johanniter im Allgäu ihre ehrenamtlichen Helfer am vergangenen Wochenende eingeladen. Fazit der Helfer nach zwei Tagen bei widrigen Wetterverhältnissen und zahlreiche Übungsszenarien später: „Anstrengend, lehrreich, sauguat“.

Das freut nicht nur Übungsleiter Denis Löhrmann, Leiter der Schnelleinsatzgruppe (SEG) in Kempten, sondern auch den ehrenamtlichen Landesvorstand Alexander Graf von Gneisenau, der am Samstag zu Besuch war.

Rund 200 Einsatzkräfte aus dem ganzen Allgäu fanden sich auf dem Truppenübungsplatz Bodelsberg ein und probten den Ernstfall. Ausgegangen wurde von einem starken Unwetter mit Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel, was zur Folge hatte, dass große Schäden in der Infrastruktur entstanden und der Regelrettungsdienst ausgelastet war. Kein Problem für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer der Johanniter, des Bayerischen Roten Kreuzes und den Feuerwehren Bodelsberg, Moosbach, Oberzollhaus und Oy.

Gemeinsam mit den Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes wurden eine Unfallhilfsstelle, eine Abschnittsleitstelle sowie ein Ersatz-Rettungsdienst auf dem Gelände der Bundeswehr aufgebaut und eingerichtet. Die Übungsleitstelle alarmierte insgesamt 36 Mal die Helfer der SEG Transport. Neben leichteren Fällen wie ein Fahrradsturz wurden auch anspruchsvolle Szenarien, wie die Verpuffung bei einer Fete am Waldrand oder ein schwerer Verkehrsunfall mit Entstehungsbrand, eingespielt.

56 Patienten zu versorgen

Die Helfer der Unfallhilfsstelle hatten alle Hände voll zu tun bei der Versorgung und Betreuung der 56 Patienten – zumal es an Rettungsassistenten und Notärzten mangelte. Auch die Johanniter-Rettungshundestaffel kam zum Einsatz – Mitreisende eines liegengebliebenen Busses waren in einem Waldgebiet vermisst.

Ein großes Lob sprach Denis Löhrmann an die Teilnehmer aus: „Alle Einsatzkräfte haben trotz des Regenwetters am Samstag super mitgespielt und tolle Arbeit geleistet. Unsere Mimen haben eine super Show abgeliefert. Herzlichen Dank für die realistische Darstellung an euch. Einen weiteren Dank spreche ich an das BRK aus, das uns das ganze Wochenende verpflegte.“ Tolle Arbeit und eine große Hilfe waren auch die Helfer der Feuerwehren, die durch ihre Unterstützung einzelne Szenarien realitätsnaher wirken ließen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. im Allgäu hat rund 400 ehrenamtliche Helfer in den verschiedenen ehrenamtlichen Bereichen. Sei des der Bevölkerungsschutz, der Rettungsdienst, der Besuchsdienst, die Ausbildung in Erste Hilfe oder die Johanniter-Jugend – alle Helfer stehen in ihrer Freizeit für den Dienst am Menschen ein. So auch im vergangenen Sommer, als in Deggendorf Hochwasser herrschte. Neun ausgebildete Helfer aus Kempten/Oberallgäu und dem Unterallgäu betreuten zahlreiche Menschen, die nicht zurück in ihre Häuser konnten.

Die Ausbildung sowie die persönliche Schutzausrüstung der ehrenamtlichen Helfer ist langwierig und teuer. Dennoch ist es wichtig, die Helfer professionell auszubilden und auf den Ernstfall vorzubereiten. Tragen auch Sie zur Hilfe von Mensch zu Mensch bei und spenden Sie: Stichwort „Ehrenamt“, Bank für Sozialwirtschaft, Konto 430 3800, BLZ 370 205 00.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Langjähriger Leiter der Arbeitsagentur offiziell verabschiedet
Langjähriger Leiter der Arbeitsagentur offiziell verabschiedet

Kommentare