"Vieles angepackt" in Haldenwang

Josef Wölfle legt bei Bürgerversammlung einen Rechenschaftsbericht ab

+
Zur Entwicklung des Hirschgeländes mit Verkehrsanbindung und den Seitenbereichen entlang der Hauptstraße wird ein Ideenwettbewerb mit Realisierungsteil durchgeführt. Links im Hintergrund ist das neue „Doktorhaus“ zu sehen.

Haldenwang – Bei der Haldenwanger Bürgerversammlung im örtlichen Sportzentrum ließ Bürgermeister Josef Wölfle in einer rund 90-minütigen Rückschau Revue passieren, „was seit der letzten Bürgerversammlung angepackt wurde“.

Zu den großen Investitionen im Gemeindegebiet gehörte der Abriss und Neubau des sogenannten Doktorhauses in der Ortsmitte von Haldenwang. Hier sind sechs Sozialwohnungen entstanden, die seit September vermietet sind. „Die Baukosten lagen mit 1,3 Millionen Euro rund acht Prozent über der ursprünglichen Berechnung“, so Josef Wölfle. Nur wenige Meter entfernt hat die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung das ehemalige Feuerwehrhaus Haldenwang zurückgekauft. 

Der Trachtenverein „D‘Wageggler Börwang-Haldenwang“ plane, das Gebäude zu einem „Brauchtumszentrum mitten im Dorf“ zu entwickeln. Auf den Weg gebracht worden ist außerdem die Erweiterung des Kindergartens St. Leonhard in Börwang. „Beide Kindergärten sind voll besetzt, es besteht Bedarf nach einer weiteren Gruppe“, so der Rathauschef. „Derzeit besuchen 75 Kinder die Einrichtung in Börwang. 55 Kinder bleiben ganztags und durchschnittlich 40 Kinder nehmen das Mittagessen in Anspruch. Hierfür stehen kein Speiseraum und kein eigener Ruheraum zur Verfügung.“ Daher sei ein Umbau der Wohnungen im Obergeschoss zu einem Gruppenraum und Therapie- und Nebenräumen sowie ein Anbau für den Speisesaal geplant. 

Nach der aktuellen Kostenschätzung ergeben sich laut Wölfle Gesamtkosten für das Bauwerk, den Umbau, Außenanlagen, Ausstattung und Baunebenkosten von insgesamt 767.431 Euro brutto. Der Bauantrag sei genehmigt, eine Förderzusage seitens der Regierung liege vor, der Baubeginn sei für das Frühjahr 2020 avisiert. Angepackt worden ist auch das Konzept zur Entwicklung des Haldenwanger Ortskerns. Zur Entwicklung des „Hirsch“-Geländes solle ein Ideenwettbewerb mit Realisierungsteil durchgeführt werden. Dieser solle bis Jahresmitte 2020 abgeschlossen sein. 

Ein Baubeginn bis zum Frühjahr 2021 sei wünschenswert. „Die Projektkosten belaufen sich nach derzeitiger Schätzung auf ca. 1,8 bis 2,3 Millionen Euro, wobei weder Planungskosten noch Straßenbauaufwand berücksichtigt sind“, stellte der Rathauschef in Aussicht. Ein ganzes Maßnahmenpaket betrifft die Grundschule Haldenwang. Dort waren und sind die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik (Gesamtkosten: rund 180.000 Euro bei 35.000 Euro Zuschüssen), die Digitalisierung sowie die Neugestaltung des nördlichen Pausenhofes zentrale Themen. „Durch die Umstellung auf moderne LED-Technik ist mit einer Reduzierung der Energiekosten um ca. 75 Prozent sowie mit einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 14 Tonnen pro Jahr zu rechnen“, betonte Wölfle. 

In puncto Digitalisierung sei eine Ausstattung einiger Räumlichkeiten mit Dokumentenkameras, Beamern sowie neuer Hard- und Software für den PC-Raum vorgenommen worden. „Mittelfristig wäre es Wunsch der Schulleitung, pro Klassenzimmer zwei PCs zur Verfügung zu haben sowie zeitnah eine Netzwerkverkabelung an der Grundschule herzustellen“. Die Regierung von Schwaben fördere das Projekt mit 15.405 Euro für die Haushaltsjahre 2018 und – wahrscheinlich – auch 2019 und 2020. Voraussichtlich im Jahr 2021 sei mit der Fertigstellung des Breitbandausbaus zu rechnen. „Der Glasfaser-Masterplan der Gemeinde sieht vor, jede Wohnung mit einem Glasfaseranschluss für eine optimale Breitbandverbindung zu versehen. Aber gerade im ländlichen Bereich sind die Netzbetreiber nicht gewillt, in ein flächendeckendes Glasfasernetzwerk zu investieren“, räumte Wölfle ein. 

„Dafür wäre die Verlegung von rund 66 Kilometer Glasfaser nötig.“ Die Gesamtkosten lägen bei „schätzungsweise rund 9,47 Millionen Euro“, wobei staatliche Förderungen möglich seien. Als weiteres Thema, das die Gemeinde bewegt, nannte Wölfle die Wasserversorgung. „Aufgrund des trockenen Sommers ist die Schüttung der Trinkwasserquellen der Gemeinde Haldenwang von durchschnittlich 1097 Kubikmeter um circa 40 Prozent auf 665 Kubikmeter pro Tag zurückgegangen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch lag im Jahr 2017 bei rund 300 Kubikmetern.“ Zwei der fünf Quellen seien lediglich für die Nutzung als Brauchwasser zugelassen. Als zweites Standbein sei daher im Bedarfsfall eine Teilversorgung der Gemeinde über den Fernwasserverband denkbar. In der anschließenden Diskussionsrunde zeigte sich das Interesse einiger Bürger am Thema Tempo 30 im Ort. Hierzu erklärte Wölfle, man habe eine Agenda aufgestellt, die Tempo 30 an einigen Brennpunkten enthalte. 

Sabine Stodal

Auch interessant

Meistgelesen

Fotostrecke: Eröffnung des Kempten Museum im Zumsteinhaus
Fotostrecke: Eröffnung des Kempten Museum im Zumsteinhaus
Die Stadt Kempten nimmt neuen Blitzer in Betrieb
Die Stadt Kempten nimmt neuen Blitzer in Betrieb
Im Hause Zumstein wurde einst Modegeschichte geschrieben - ab jetzt Museumsgeschichte
Im Hause Zumstein wurde einst Modegeschichte geschrieben - ab jetzt Museumsgeschichte
Auf einen Kaffee mit den Schattenfrauen
Auf einen Kaffee mit den Schattenfrauen

Kommentare