750 Essen werden im Wilhelm-Löhe-Haus für Kindergartenkinder und Senioren zubereitet

Täglich kochen für jung und alt

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Jürgen Krieger ist seit zwei Jahren Chef der Großküche im Wilhelm-Löhe-Haus. Täglich werden hier rund 750 Essen produziert. Das Besondere: In der Küche werden zum einen Essen für die ganz Kleinen in den Kindergärten zubereitet und zum anderen die Essen für die Senioren im Löhehaus gekocht.

Kempten – „Es war immer schon mein Traum, eine Großküche zu leiten“, gesteht Jürgen Krieger. 1985 begann der heute 50-jährige seine Kochlehre, hatte seine Lehr- und Wanderjahre und ist nun seit zwei Jahren Chef der Küche im Wilhelm-Löhe-Haus der Diakonie in Kempten.

Das zehnköpfige Küchenteam produziert hier allerdings nicht allein die Mahlzeiten der Alten- und Pflegeheimbewohner, sondern „bekocht“ zusätzlich zehn Kindergärten und die Volksschule Heiligkreuz. Im Klartext heißt das: Jeden Tag verlassen um die 750 Essen die Küche. „Das ist ein Riesenspagat, denn die Geschmäcker von Jung und Alt sind ganz unterschiedlich.“ 

Der Grund ist nachvollziehbar: für die Kinder sollen die Gerichte wenig gewürzt werden, bei den älteren Menschen wird dagegen mit Kräutern geschmacklich am Aroma gefeilt. Schon manche Kinder sind Vegetarier oder sogar Veganer, etliche ältere Heimbewohner benötigen Schonkost, beziehungsweise bekommen das Essen aufgrund ihrer Schluck- beschwerden püriert. Aufgefallen ist ihm: Lebensmittelallergien treten bei Kindern und Heimbewohner immer öfter auf. „Das muss sorgfältig beachtet werden“, macht er klar. Einmal in der Woche gibt es jeweils für die Kindergärten ein Fleisch-, Vollkorn- und vegetarische Gericht. Nur alle 14 Tage ist ein süßes Mittagessen vorgesehen. „Selbst Spinat mit Kartoffelbrei und Spiegelei essen die meisten Kinder.“ 

Bei den Heimbewohnern wird verstärkt auf den Verzehr von Gemüse und Salat geschaut. „Meistens wurde diese gesunde Ernährung während des früheren Alleinlebens vernachlässigt“, weiß Krieger. Übrigens dürfen die Heimbewohner grundsätzlich zwischen zwei Hauptmahlzeiten wählen – beispielsweise Spaghetti Bolognese oder Tiroler Gröstl, jeweils mit Salat. „Einen Turnus im Speisenplan gibt es bei uns nicht“, so der Koch. Für die Zubereitung von Spaghetti Bolognese benötigt Krieger allein 25 Kilogramm Rinderhackfleisch und 35 Kilogramm Nudeln. Das Hackfleisch wird nicht mehr in typischen Küchenpfannen, sondern in eine großen Kippbratpfanne angebraten. 

„Schweinefleisch wird bei uns für die Kindergärten beispielsweise gar nicht verarbeitet, weil es dort auch muslimische Kinder hat. Darauf nehmen wir Rücksicht.“ Die Senioren hingegen brauchen auf den „geliebten Schweinebraten“ nicht verzichten. Auch wird darauf geachtet, Produkte ohne Konservierungsstoffe zu verwerten. Pro Woche gehen in der Küche fünf Zentner Kartoffeln durch eine Kartoffelschälmaschine. Die schält die „Erdäpfel“ zwar grob, aber jede ein- zelne Kartoffeln muss von Hand nachgeprüft und fein nachgeschält werden. Zusätzlich zu den Essen wird jeden Tag für das Café im Wilhelm-Löhe-Haus frischer Kuchen gebacken. Bereits vor dem offiziellen Dienstantritt um 6 Uhr bringt Krieger die Bestellungen auf den Weg. Täglich werden Gemüse, Obst, Wurst und Fleisch frisch angeliefert. 

Bereits um 11 Uhr haben die Kindergärten ihre Essenslieferungen vor Ort, zwischen 11 und 13 Uhr kann dann auch im Löhehaus im Speisensaal oder auf den Stationen Mittag gegessen werden. Danach wird es etwas ruhiger in der Großküche. Abends sind es ja nur mehr 100 Essen allein für die Bewohner….

mori

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