Team aus Lindeberg erfolgreich beim Bundeswettbewerb 

Jugend forscht im Heustadel 

Bundeswettbewerb Jugend forscht 2021
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Preisgekrönte Jungforscher (v.li.): Samuel Fäßler aus Scheidegg-Scheffau und Cedric Steiert aus Lindenberg.

Lindenberg/Heilbronn – Beim 56. Bundeswettbewerb von Jugend forscht präsentierten 169 junge MINT-Talente über 100 Forschungsprojekte. Nun stehen die Sieger des diesjährigen Bundeswettbewerbs fest, der pandemiebedingt erstmals virtuell stattfand. Wie in den Vorjahren gehören auch bayerische Schülerinnen und Schüler zu den glücklichen Gewinnern. 

Kultusminister Michael Piazolo zeigte sich begeistert von den Schülerleistungen: „Die herausragenden Leistungen zeigen das wissenschaftliche Können und den großen Forschergeist der Schülerinnen und Schüler. Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich herzlich zu ihren beeindruckenden Erfolgen. Ich finde es großartig, dass sich junge Menschen im Rahmen von ‚Jugend forscht’ so intensiv mit einem MINT-Thema auseinandersetzen können. Der Wettbewerb ergänzt das breite Repertoire an Maßnahmen zur MINT-Förderung an unseren Schulen und trägt da- zu bei, Jugendliche fürs Tüfteln, Experimentieren und Forschen zu begeistern.“ Piazolo dankte auch den Lehrkräften für ihren Einsatz und ihre Unterstützung bei den Vorbereitungsarbeiten zum Wettbewerb. 

Bayernweit waren mehr als 1300 Schüler mit insgesamt 853 Projekten dem Aufruf „Lass Zukunft da!“ der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Jugend forscht gefolgt. Elf Projekte aus Bayern konnten sich für das Bundesfinale qualifizieren. Ihre Themen reichten von der Entwicklung eines autonomen Blindenführersystems mit Künstlicher Intelligenz (KI) bis hin zur Analyse eines Lebenserhaltungssystems für eine Mondbasis am lunaren Südpol. Zehn bayerische Projekte wurden nun bei einer digitalen Preisverleihung mit ei- nem der begehrten Preise aus- gezeichnet:

Der Bayerische Bundessieger

Der 18-jährige Jonathan Hähne von der Technischen Universität München entwarf den Prototyp einer neuartigen echtzeitfähigen Raytracing-Software zur Erstellung realistischer Computeranimationen. Die Jury war insbesondere von der Stringenz beeindruckt, mit der Hähne die Aufgabenstellung anging und alle Probleme – von der Anwendung mathematischer Methoden bis zur effizienten Programmierung – hervorragend löste. Seine Arbeit trägt den Titel „Echtzeit-Raytracing auf Adaptively-Sampled Distance Fields“ und wurde mit dem ersten Preis im Fachgebiet Mathematik/Informatik ausgezeichnet. Die Höhe des Preisgeldes liegt bei 2500 Euro.

Cleverer Brandschutz aus dem Westallgäu

Den mit 1500 Euro dotierten dritten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt gewannen Samuel Fäßler (17 Jahre alt) und Cedric Steiert (18) vom Gymnasium Linden- berg. Die beiden Westallgäuer überzeugten die Jury mit einem Überwachungssystem, das vor Heustockbränden schützt. Das Heu, das als Heuballen oder in loser Form als Heustock lagert, kann sich durch Blitzschlag oder Eigenerwärmung selbst entzünden. Dabei liegt die kritische Temperatur bei ca. 70 °C. Durch das von Fäßler und Steiert entwickelte digitale Komplettüberwachungssystem können Brand- gefahren frühzeitig erkannt werden. Ihr mit zahlreichen Sensoren und Mikrocontrollern ausgestattetes System überwacht rund um die Uhr die Temperatur und die Feuchtigkeit im Heu und kann Landwirte und Feuerwehr rechtzeitig vor einer lokalen Erhitzung oder einem entstehenden Brandherd warnen. Durch diesen vorbeugenden Brandschutz sinkt die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Feuers wie auch die damit verbundenen schwerwiegenden Folgen.

Der Wettbewerb »Jugend forscht 2021«

169 junge MINT-Talente präsentierten beim Bundesfinale insgesamt 113 Forschungsprojekte. Die Teilnehmer am Bundeswettbewerb hatten sich zuvor bei den Regional- und Landeswettbewerben für die Bundesebene qualifiziert. Dabei messen sich Nachwuchsforscher im Alter von 15 bis 21 Jahren. In den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/ Informatik, Physik und Technik können Einzel- oder Gruppenarbeiten von Teams mit maximal drei Mitgliedern eingereicht werden.

kb

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