Schwierige Jugendliche

"Jugend stärken im Quartier" geht in die zweite Runde

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Freuen sich über den Erfolg des Projektes „Jugend stärken im Quartier“: OB Thomas Kiechle (l.) und Thomas Baier-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales (r.)

Kempten - Das Programm „Jugend stärken im Quartier“ wurde in Kempten vor vier Jahren gestartet. Dabei sollte es vor allem darum gehen, Jugendlichen zwischen zwölf und 27 Jahren, die Schwierigkeiten beim Lernen, bei der Arbeitssuche oder generell im Leben haben, zu helfen. Nach den Worten von Thomas Baier-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales, wurden ins Programm insgesamt 800.000 Euro investiert.

50 Prozent davon stellte die EU im Rahmen des Programms ESF, zehn Prozent der Bund und 40 Prozent die Stadtverwaltung Kempten zur Verfügung.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle lobte in seiner Rede den Erfolg des Programms in den vergangenen Jahren sowie die Tatsache, dass die Thematik des Programms in „städtische Ziele eingebettet“ ist. Außerdem teilte er mit, dass sich die Stadt Kempten erfolgreich für die Weiterführung des Programms beworben habe. Daher freue er sich, die Jugendlichen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten zu dürfen.

Dass die Stadt Kempten die Zustimmung zur Weiterführung des Programms erhalten hat, ist kein Zufall. Denn der Leiterin des Projektes Katerina Wiedemann vom Stadtjugendamt Kempten zufolge halfen im Rahmen des Projektes „schwierige“ Jugendliche aus den Stadtteilen Kempten-Ost und Kempten-Sankt-Mang. Am häufigsten treten laut Wiedemann Probleme bei den Zwölf- bis 15-Jährigen auf, weniger bei den Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren.

Zum Einsatz kommen drei Ansätze: Es gibt ein sogenanntes Case Management, es gibt Mobile Jugendarbeit und es gibt Integrationslotsen, die sich um Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmern. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass im Rahmen des Projektes Jugendliche aus 24 unterschiedlichen Ländern betreut wurden.

Beim Case Management geht es um die individuelle Betreuung besonders schwieriger Jugendlicher durch Sozialpädagogen bis zu einer Dauer von 18 Monaten. Und Mobile Jugendarbeit richtet sich nach den Bedürfnissen ganzer Gruppen von Jugendlichen, wobei es nicht selten um Malkurse, Musikbands und ähnliche fördernde Veranstaltungen geht, die im Rahmen sogenannter Mikroprojekte organisiert werden. Solche Beschäftigungen sollen Jugendliche mitreißen, sie vom Alkohol- und Drogenkonsum abhalten und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Zur Teilnahme am Programm werden Jugendliche über Massenmedien, Flyer und Plakate, Auftritte in Schulen sowie Gespräche auf der Straße eingeladen. Um an dem Projekt teilzunehmen, muss der Jugendliche seine schriftliche Einwilligung erteilen, wenn er schon das 14. Lebensjahr erreicht hat. Bei jüngeren Jugendlichen müssen Eltern ihre Zustimmung erteilen. Danach geht das Jugendamt auf das jeweilige Problem ein und entscheidet, in welches der Teilprojekte der oder die Heranwachsende aufgenommen wird.

Bei der Betreuung der Jugendlichen wird das Stadtjugendamt vom Stadtjugend- ring (SJR), der als Vermittler agiert, der Sing- und Musikschule (sms) Kempten sowie der Hochschule Kempten unterstützt. So hat der SJR 18 Teilprojekte im Rahmen des Programms betreut. Dank der Unterstützung durch die sms wurde eine Musikband organisiert, deren Mitglieder den Gästen bei der jüngsten Informationsveranstaltung auf Englisch vorgesungen haben. Dabei durften sowohl die Mitglieder der alten Formation, die im September 2018 aufgelöst worden war, als auch neue Bandmitglieder mitmachen – ein Beispiel dafür, dass das Ziel, Netzwerke und Partnerschaften zu schaffen, durch „Jugend stärken im Quartier“ erreicht wurde.

Doch nicht nur die Ergebnisse der vergangenen Jahre, sondern auch Zukunftspläne wurden bei der Veranstaltung präsentiert. So haben sich inzwischen 392 Personen zur Teilnahme am Folgeprogramm, das am 1. Januar 2019, startete, gemeldet. Dabei handelt es sich um Jugendliche aus den Stadtteilen Kempten-Mitte und Kempten-Nord, die diesmal im Fokus des Betreuungsprogrammes liegen. Statt der bisher vier Jahre wurde die Dauer auf dreieinhalb Jahre verkürzt (bis 30. Juni 2022).

Doch genau wie bisher wird die Betreuung des durch die EU geförderten Projektes aus den drei Bausteinen Case Management, Mobile Jugendarbeit und Integrationslotsen bestehen. Und für Kempten bedeutet es, dass weitere fast 400 Personen auf dem Weg in die Erwachsenenwelt begleitet werden können.

Konstantin Udod

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