Jugendfeuerwehr im Parlament

Die Kreisjugendfeuerwehr Oberallgäu bei ihrem Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg mit dem Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU). Foto: privat

Die Finanzmarkt- und Schuldenkrise beschäftigt seit Monaten die Bürger in Europa und so war es für die Jugendwarte des Landkreises Oberallgäu besonders naheliegend, sich beim Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg mit dem Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU) darüber auseinander zu setzen. „Das Europaparlament beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um die Mitgliedsstaaten der EU langfristig auf finanziell solide Beine zu stellen“, so Markus Ferber.

Als Mitglied im Sonderausschuss zur Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise konnte Ferber interessante Einblicke in die gegenwärtigen Herausforderung in der Parlamentsarbeit zeigen. Auf die Frage nach der aktuellen Diskussion um die Anrechnung von Dienstzeiten in der Feuerwehr, das heißt, die Übungs- und Einsatzstunden in den freiwilligen Feuerwehren werden zu den Arbeitsstunden des Einzelnen hinzu addiert, konnte Ferber Entwarnung geben: „Das steht überhaupt nicht zur Debatte, da hat jemand was verwechselt“. Laut EU-Arbeitszeitrichtline darf nämlich eine Wochenarbeitszeit von regelmäßig mehr als 48 Stunden nicht überschritten werden. Da wäre sehr schnell die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehren gefährdet gewesen, meinten die über 40 mitgereisten Jugendwarte und Ausbilder, wenn dies so gekommen wäre. Dem Besuch des Europaparlaments durch die Jugendfeuerwehr ist ein umfangreiches zweitägiges Bildungs- und Informationsprogramm vorausgegangen. Als erstes Ziel wurde das Automuseum „Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf“ in Mühlhausen im Elsass besucht. Im größten Automobilmuseum der Welt werden überwiegend 400 Oldtimer, davon 87 Bugatti aus der Frühphase der Automobilzeit bis in die 1930er Jahre hinein, ausgestellt. Das zweite Ziel der Bildungsfahrt war die Stadt Freiburg im Breisgau, in deren wechselvollen Geschichte sie auch schon zeitweise der Krone Frankreichs unterstellt war. Bei einer Stadtbesichtigung konnte die Altstadt mit dem Münster, den beiden erhaltenen Stadttoren und die „Bächle“ entdeckt werden. Gerade die insgesamt neun Kilometer langen „Bächle“, das sind Wasserrinnen am Straßenrand, hatten es den Feuerwehrlern besonders angetan, da sie früher schon zur Wasserversorgung bei Bränden genutzt wurden und somit eine gewisse Sicherheit in der Löschwasserversorgung boten. In der Feuerwehrwache der Berufsfeuerwehr Straßburg durften die Oberallgäuer Jugendfeuerwehr aus erster Hand das Feuerwehrwesen im Department „Bas-Rhin“ kennen lernen. Neben der Besichtigung der Feuerwehrwache konnten viele Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Bayern im Bereich der Feuerwehr festgestellt werden. Auch in Frankreich können Jugendliche bereits mit 12 Jahren in die Feuerwehr eintreten und stellen am Ende der Ausbildung mit 18 Jahren dann bestens vorbereitete Feuerwehreinsatzkräfte dar. Stadt erkundet Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Straßburg im Elsass ist das romanische und gotische Münster sowie die zum Weltkulturerbe erklärte historische Altstadt „Grande Île“. Die Fachwerkhäuser im alemannisch-süddeutschen Stil sowie weitere Denkmäler als auch die Einrichtungen der Europäischen Union wie den Internationale Gerichtshof erkundeten die Oberallgäuer bei einer Stadtrundfahrt per Schiff auf der Ill, die die Stadt umfließt. Höhepunkt war der Besuch des Europäischen Parlaments mit seinen 754 Abgeordneten und die Verfolgung einer Parlamentssitzung. Die Jugendfeuerwehr Oberallgäu hat bereits in den vergangen Jahren den bayerischen Landtag sowie den Bundestag in Berlin in politischen Studienfahrten kennen gelernt. „Was kommt nun nach dem Europaparlament?“ fragten sich die Teilnehmer nach der Rückkehr ins Oberallgäu, „da bleiben uns ja nur noch die Vereinten Nationen übrig“.

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