Vertreter von Schülern und Stadtverwaltung tauschen sich beim Jugendforum aus

Jugendliche melden sich zu Wort

+
Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales, mischte sich unter die Schüler, um sich deren Wünsche anzuhören und zu notieren.

Kempten – Was wünschen sich Jugendliche aus Kempten für ihre Stadt? Welche Projektideen haben sie? Was beschäftigt sie? Um diese Fragen zu klären, treffen sich Fachleute aus der Stadtverwaltung seit einigen Jahren mit Klassensprechern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Schülermitverantwortungen (SMV) zu einem Dialog und Austausch im Kemptener Jugendhaus.

„Um Jugendliche in ein Gespräch zu bekommen, ist ein Jugendparlament wichtig. Das gibt es formal ja nicht, deshalb war es unser Ziel, ein Jugendforum auf den Weg zu bringen“, so Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales. Eingeladen werden zu dem seit einigen Jahren traditionell stattfindenden Jugendforum Vertreter aller weiterführenden Schulen aus Kempten, egal ob staatlich, städtisch oder privat. Weil die Schülervertreter ein Abbild der Jugend sind, sei das Miteinander von kommunaler Jugendarbeit, Stadtjugendring und den Schulen so wichtig, betonte Mayer. „Man kann nur erfolgreich Politik betreiben, wenn man weiß, was man tun soll“, erklärte Regina Liebhaber, Beauftragte des Stadtrats für Jugend und Familien. Rückmeldungen seitens der Schulen seien daher wichtig, um die Interessen der Jugend zu berücksichtigen. Unter die über 50 anwesenden Schülerinnen und Schüler haben sich am vergangenen Montag Marion Haugg, Leiterin des Amts für Kindertagesstätten, Schule und Sport, Thomas Baier-Regnery, Leiter des Stadtjugendamtes, Oliver Huber, Leiter des Amtes für Jugendarbeit, Jugendpflegerin Alina Alltag, Alexander Haag und Stefan Keppeler vom Stadtjugendring, Markus Heider, Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit, Nadine Briechle, Leiterin des Rechts- und Standesamts, und Regina Renner vom Bayerischen Jugendring gemischt. OB Thomas Kiechle musste sich wegen seiner Teilnahme an der Beerdigung des langjährigen Stadtpfarrers von Lenzfried, Anton Vogler, entschuldigen lassen.

Schon bevor die Veranstaltung offiziell begonnen hatte, wurden die vier Pinnwände zu verschiedenen Themen reichlich mit Kritik, Anregungen und Wünschen seitens der Schüler bestückt. Als „nicht so gut“ empfanden die Jugendlichen dabei unter anderem die Busverbindungen von außerhalb gelegenen Bezirken in die Stadt. Auch die mangelnden Weggehmöglichkeiten für Jugendliche unter 16 Jahren und die Anzahl an Parkplätzen an den Schulen wurden kritisiert. So wünschen sich die Jugendlichen Partys und Veranstaltungen für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren.

Mehr Freies W-LAN

Ein häufig angesprochenes Thema war freies W-LAN. Während die verfügbaren freien Netze beispielsweise im Jugendhaus und im Forum Allgäu gelobt wurden, wünschten sich die Schülerinnen und Schüler dennoch mehr freies W-LAN. Von Seiten des Allgäu Gymnasiums wurde der geplante Handymast neben der Schule kritisch gesehen.

Die vielen Freizeitmöglichkeiten wie das Jugendhaus, Eisstadion, Kino, Schwimmbad, Theater und das Vereinsleben wurden ebenso gelobt wie die Vergünstigungen für Schüler.

Sportanlagen als großes Thema 

„Im Prinzip ist Kempten eine tolle Stadt“ konnte man auf einer Themenwand lesen. Dennoch sehen die Jugendlichen Verbesserungspotential in punkto Sportplätze. So solle die Spielsituation an der Rottach durch einen Fußballplatz mit Netzen oder Gittern verbessert werden. Dass die Spielfläche auf der Funkenwiese in der Leutkircherstraße wegkommen soll, sehen die Jugendlichen als problematisch an und wünschen sich eine Lösung für die Zukunft.

Konkrete Projektideen für ihre Schule äußerten die Schülerinnen und Schüler der Städtischen Realschule. Sie wünschen sich, dass die Müllcontainer umgesetzt oder umgestaltet werden. Auch der Pausenhof solle „mit viel Auswahl für jüngere und ältere Schüler“ den Wünschen der Jugendlichen angepasst werden.

Von Seiten der Berufsschule St. Georg kamen die Vorschläge, Englisch-, Sport- und Musikunterricht anzubieten und die Klassenzimmer zu vergrößern.

Nachdem die einzelnen Anregungen sortiert und in vier große Themenblöcke – Sportanlagen, ÖPNV und Umweltschutz, Räume, Schule und Flüchtlinge – eingeteilt wurden, sollen die Ideen jetzt an die Arbeitsgruppen der Jugendhilfeplanung weitergegeben werden, denn „einige Dinge brauchen eine längere Planung“, wie Liebhaber betonte.

Lea Stäsche

Jugendforum im Kemptener Jugendhaus

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare