Jugendliche engagieren sich sinnvoll

Die ersten vier der insgesamt sieben Teilnehmer an der Aktion „summertime powertime“ im Diakonischen Werk Kempten Allgäu erhielten bereits ihre Teilnehmerbescheinigung von Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer (rechts). Hier übergibt er das Zertifikat an Alexandra Sedov. Außerdem auf dem Foto: Bianca Keck (v.r.), Heimleiter Thomas Reuß, Akkus Gönül, Frank Krauss, Ida Lachnitt, Stationsleitung Michael Kugel und Sabrina Dorner. Foto: moriprint

Die Wette hätte Kerstin Goldberg leicht gewonnen: Die Koordinatorin für freiwillige Mitarbeit und Projekte hatte die Idee für das Projekt „summertime-powertime", bei dem sich Jugendliche ab 15 Jahren in einer besonderen Aktion im Wilhelm-Löhe-Haus, dem Alten- und Pflegeheim der Diakonie im Freudental, engagieren. Und nach dem Motto „stark für andere“ opferten tatsächlich sechs junge Frauen und ein junger Mann aus Kempten und Umgebung 14 Tage der Sommerferien, um sich ehrenamtlich um alte Menschen zu kümmern.

Das einhellige Fazit: „Das würden wir sofort wieder machen.“ Und auch das Personal war offen für die Idee: „Sie sind sehr freundlich mit unseren Senioren umgegangen, hatten keine Berührungsängste, haben gleich zugepackt.“ Alexandra Sedov weiß darüber hinaus schon jetzt, dass sie in Zukunft bei dem einen oder anderen Stadtgang einen „Schlenker“ ins Löhehaus machen wird, um die liebgewonnenen Bewohner zu besuchen. Für Sabrina Dorner und Ida Lachnitt war es ein „Selbsttest“, um zu prüfen, ob für sie die „berufliche Reise“ dorthin gehen könnte. „Das praktische Ausprobieren hilft ungemein“, so Dorner. Positive Resonanz Positiv fiel fast durchweg die Resonanz der Pflegekräfte und Bewohner aus: „Toll, dass sich Jugendliche für alte Menschen interessieren" oder auch „da haben Sie uns ja ein richtiges Goldstück geschickt“ lauteten die Kommentare. Aber es gab auch die Erfahrung, dass der Umgang mit Pflegebedürftigen nicht für jede das Richtige ist. Stationsleiter Michael Kugel hatte zunächst Bedenken, denn immerhin müssen die jungen Leute ja auch entsprechend angeleitet werden. „Aber den Bewohnern hat es einfach gut getan, dass noch jemand mehr für sie da war“, zeigte er sich gleichfalls begeistert. Heimleiter Thomas Reuß befürwortete die Aktion ebenso: „Alles, was Leben ins Haus bringt, wirkt sich positiv auf die Bewohner aus, bringt ihnen neue Teilhabe am Leben.“ Ehrenamtlich Vier der jungen Leute haben bereits ihren 14-tägigen Schnupperdienst in Wäscherei, Pflegestation, Tagespflege, Cafeteria, Hausmeisterei absolviert. Drei haben ihren Dienst gerade angetreten. Fünf Stunden pro Tag sind sie im und für das Löhehaus unterwegs. Der Dienst ist komplett ehrenamtlich und unentgeltlich. Das einzige Geschenk neben der Teilnahmebescheinigung und einer DW-Tasche für alle war ein eintägiger Einführungskurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen bei den Johannitern. Ob das Projekt auch im kommenden Jahr fortgeführt wird? Wenn es nach Kerstin Goldberg geht, auf jeden Fall – denn heuer hat sie die Skeptiker ja überzeugt: „Es gibt eben sehr wohl Jugendlichen, die sich in der Ferienzeit sinnvoll engagieren möchten.“

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