Jugendverbände wollen eigenständig bleiben

Für Verunsicherung bei den Betroffenen hätten Berichte in der Tageszeitung gesorgt, in denen von einer Zentralisation der Katholischen Jugendarbeit und einer Jugendkirche die Rede gewesen sei. Auch wenn Pfarrgemeinden und pastorale Räume zusammengelegt werden müssten, „in der Jugendarbeit gibt es keine Zentralisation“, stellte Ludwig Hörmann, Pastoralreferent für Gemeindeentwicklung, im Rahmen des Jugendforums vergangene Woche klar.

Die Jugendgruppen blieben weiterhin in ihren jeweiligen Pfarreien verankert. Wie aber kann die Zeit der Umstrukturierung in Kempten genutzt werden, um kirchliche Jugendarbeit attraktiver zu machen? Und wie kann eine „stadtübergreifende Arbeit“ der Jugendgruppen aussehen? Um die Themen im gemeinsamen Dialog anzupacken, hatten Regionalseelsorger Klaus Hellmich und Regionaljugendpflegerin Susanne Schiegg, Verantwortliche der Kemptener Jugendarbeit, in die Räume des Stadtjugendrings (SJR) eingeladen. Diskutiert wurde über die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für die übergreifende netzwerkartige Arbeit in Kempten, über Struktur und Inhalte zur Profilierung und Entwicklung einer „Art Markenzeichen für jede Einheit“, wie Hörmann es nannte. Einen zentralen Ansprechpartner wünschte sich unter anderem die KJG Eich, zumal sie noch im Aufbau seien und nicht wüssten, „wer wer ist und an wen man sich wenden kann“. Zentralisierte Verwaltung „Kommunikation ist das wichtigste“, bestätigte auch Florian Kolbinger, Kaplan von St. Lorenz. Nur so könne man erfahren, was die anderen machen. Allerdings wurde auch mehrfach klar geäußert, dass „nur die Verwaltung zentralisiert“, die Entscheidungen aber weiterhin jeweils vor Ort getroffen werden sollen. Als Standort für die zentrale Stelle schlug Hörmann das bald leere Pfarrheim St. Franziskus vor, das Hellmich beziehen könne. Dieser räumte Bedenken aus, nur mehr von dort aus zu arbeiten und versprach auch weiterhin „durch die Pfarreien zu tingeln“. Erstaunt zeigte sich Florian Fischer von der Landjugend Lenzfried über den plötzlichen Wunsch aller, sich kennen zu lernen. Denn beim letzten Treffen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) „waren vielleicht die Hälfte der Verbände da, wenn überhaupt“. Zudem regte er an, die jährlichen Treffen „im Wechsel in den jeweiligen Pfarrheimen“ vorzunehmen, in seinen Augen ein guter Weg, sich besser kennen zu lernen. Mehr als eine gemeinsame Aktion pro Jahr mache aus der Sicht der Landjugend allerdings „keinen Sinn“, wies er auf die bereits vielen Aktivitäten der Gruppen hin. Dass „alles in einem Rahmen bleibt, der keine Belastung ist“, lag auch im Interesse Hellmichs. Dennoch solle man in Erwägung ziehen „Kräfte zu bündeln“. In den nächsten zwei bis drei Monaten soll sich eine Arbeitsgruppe nun die nächsten Schritte überlegen.

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