"Slam poetry & songs" im Kurhaus Isny

Erfrischende Beiträge

+
Alexander Burkhard, der aus dem Westallgäu stammende Bayerische Meister im Poetry Slam hatte das Publikum fest in seiner Hand.

Der Kurhaussaal war rappelvoll und mit jedem neu eintreffenden Gast stieg die Stimmung der Veranstalter. Mit dem Sponsoring der Brauerei Stolz im Rücken hatten sie es gewagt, die Veranstaltung ins Kurhaus zu legen, wohl wissend, dass es auch ein Flop werden könnte.

Die Idee, das gesprochene Wort mit Musik zu verbinden, ist eine Art des gemeinsamen Bühnenauftritts, der voll im Trend unserer Zeit liegt, auch wenn der Gedanke nicht ganz neu ist. Nur, was da auf der Bühne geboten war, war in dieser Zusammenstellung ein Novum.

Philipp Unsinn kam als erstes auf die Bühne und dankte Hans Stolz für die Unterstützung des Projektes. Dann übergab er an Florian Heutmann, den Moderator des Abends, stand aber nach einer kurzen Pause mit Gitarre und zwei weiteren Musikern wieder auf der Bühne, um die Zuhörer ein wenig wach zu machen. 

Anschließend kam die Gruppe der Slammer zu ihren Auftritten. Caroline Dornach stand als erste vor dem Publikum. Danach waren Robin Wolf und Jakob Stöckeler zur Bewertung angetreten und schlugen sich tapfer mit ihren Texten. Die ausgelegten Stimmzettel wurden dann abgegeben und erst zum Ende des Abends wurde die Reihenfolge der Bewertung bekanntgegeben. Robin Wolf kam auf den dritten Platz, Caroline Dornach auf Platz zwei und Jakob Stöckeler landete auf Platz eins. 

Zeit für eine kleine Pause und den Übergang zum Musikprogramm. „Mondkatz“. Corinna Blum mit ihrem Begleiter Lukas brachten es fertig, den Übergang von Musik der frühen Siebziger zu Texten und „Riffs“ der Neuzeit nahtlos hinzubekommen. Der Beifall nach jedem Song war groß. Mit ihrer markanten Stimme, gekonnten Solos auf den Gitarren und ihrer Ausstrahlung brachte sie es fertig, auch die sonst etwas steifen Zuhörer zum Mitsingen zu animieren. 

Dann war es Zeit für Alex Burkhard und Frank Klötgen, auf der Bühne zu erscheinen. Sie kamen zusammen und hatten nicht die Absicht, sich gegenseitig die Show zu stehlen. Vielmehr stellten sich gegenseitig vor, blödelten ein bisschen herum, wurden dann aber schnell konkreter. Der aus Scheidegg stammende und nun in München lebende Burkhard, Bayerischer Meister in dieser Disziplin, sprühte vor Wortwitz und Einfällen. Schlaksig, souverän und bühnenfest schlenderte er herum, sprach wie nebenbei über die Freuden textilen Werkens und schlug dem Publikum vor, selbst erst einmal das Nähen zu lernen. Es gipfelte in der Frage: „Was kann man später einmal damit machen? 

Dann wechselte die Szenerie und eine ausgesprochene „Rampensau“ haute wortgewaltig seine Texte heraus. Gerade erst von einer Welttournee zurückgekehrt, mit Auftritten in 20 Ländern und auf vier Kontinenten, hatte der „Slammer“ in wenigen Sekunden das Publikum in seiner Gewalt. Eine neue Version des Tauchers von Schiller wechselte nahtlos zum berüchtigten Wels von Schlachtensee und seine mit den Texten verbundenen schauspielerischen Leistungen waren umwerfend. Da tat eine Pause gut, bevor in einem weiteren Musikteil „Mr. Fabulous“, „Mondkatz“ und Philipp Unsinn in andere Bahnen lenkten. Langsam konnte auch Heutmann den letzten Rest Anspannung hinter sich lassen.

Manfred Schubert

Auch interessant

Meistgelesen

Landwirt unter Traktor eingeklemmt
Landwirt unter Traktor eingeklemmt
Achtsamkeitstrainerin Grit Ulrike Tautenhahn übt mit Interessierten
Achtsamkeitstrainerin Grit Ulrike Tautenhahn übt mit Interessierten
Äpfel und Gemüse für die Kita
Äpfel und Gemüse für die Kita
Exhibitionist manipuliert Motorrad
Exhibitionist manipuliert Motorrad

Kommentare