"Aufklärung und Mülleimer statt Alkoholverbot"

Junge Politiker kritisieren die Kemptener Grünflächensatzung samt Alkoholverbot

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Hier am Illerdamm gelten strenge Regeln, die eine Nutzung als Freizeitfläche stark einschränken.

Kempten – Fünf Vertreter des Rings der politischen Jugendorganisationen (RPJ) Kempten äußern sich zur aktuellen Problematik des Alkoholverbots und des Grillens an Kemptener Freiflächen, wie dem Illerdamm. Der RPJ ist ein Zusammenschluss von politischen Jugendorganisationen in Kempten.

Alex Hübert, Junge Sozialist*innen Kempten, erläutert: „Ich glaube, dass diese Maßnahmen viel zu übertrieben sind. Anstatt auf die OrganisatorInnen der Feiern am Illerdamm zuzugehen haut man blanke Regulierungen raus, um im Endeffekt den Spaß der Leute wortwörtlich zu verbieten.“

Tobias Henke, Junge Union Kempten, ergänzt: „Meiner Meinung nach sollte die Stadt den strengen Erlass nochmals überdenken: Ist es wirklich sinnvoll, die Benutzung der Grünanlage Illerdamm so massiv einzuschränken? Oder ist es nicht besser, Abstufungen einzuführen – kleine, wenig lärmende Gruppen sind erlaubt, sowie Grillen auf ausgewiesenen Plätzen? Diese Verschärfungen bräuchte es gar nicht, wenn wir die Grünanlagen umsichtiger benutzen würden. Dazu zählt auch, dass jeder für seine Gruppe einstehen muss, und mehr aufeinander aufpassen sollte; im Sinne der Kontrolle von übermäßigem Alkoholkonsum, Lärm etc.”

Alihan Ulu, Jugendpolitischer Sprecher Die Linke Allgäu, meint: „Ich finde dieses Verbot ist ein Diebstahl an der Jugendkultur der Kemptener Jugendlichen. Der Illerdamm war schon immer – wenn auch nicht immer harmonisch – ein Treffpunkt aller Jugendlichen.

Es ist eine lächerliche Argumentation, das Verbot mit dem Jugendschutz zu begründen. Damit vertreibt man die jungen KempterInnen nur an einen anderen Ort. Um Jugendliche unter 18 vor Alkoholmissbrauch zu schützen, bedarf es vermehrt an Aufklärung an Schulen, aber auch im eigenen Elternhaus.”

Max Deffner, Vorsitzender Junge Liberale Allgäu: „Wir Julis Allgäu lehnen ein reines Alkohol- und Grillverbot in Kempten ab, da eine Verbotspolitik nicht der richtige Weg ist! Stattdessen sprechen wir uns für die Gestaltung vernünftiger Grillplätze an der Iller aus, die von Jugendlichen genutzt werden können. Diese Plätze sollen dann auch mit Sanitäranlagen und Mülltonnen ausgestattet sein. Dadurch werden Wohngebiete entlastet und Müll vermieden.”

Fabian Kirchmann, Beisitzer Grüne Jugend Allgäu, meint: „Wir fordern zur Selbstkontrolle auf und dazu, Jugendlichen tolle Rückzugsorte für gemeinsame Treffen zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer Punkt ist, dass der Illerdamm durch die Bereitstellung von Strom, Abwasserkanal und einer Toilettenanlage qualitativ aufgewertet würde. Zudem sollten mehr Mülleimer zur ordnungsgemäßen Mülltrennung aufgestellt werden. Des Weiteren schlagen wir die Installation von festen Grillstellen am Illerdamm vor, wie es am Konstanzer Rheinufer erfolgt ist. Die Stadt muss die Grünanlagensatzung auf heutige Verhältnisse aktualisieren.“

kb

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