Erstes Buch mit 21

"Ich konnte es nicht fassen"

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Der Dietmannsrieder Buchautor Christian Wagner mit seinem Erstlingswerk „Dein Name im Sand“.

Dietmannsried – Der 21-jährige Dietmannsrieder Autor Christian Wagner hat im Juli sein erstes Buch veröffentlicht. Nein, keinen Allgäukrimi, sondern einen spannenden Liebesroman, der zum Großteil in Venedig spielt.

„Dein Name im Sand“ lautet der Titel des 260 Seiten starken Erstlingswerks des jungen Allgäuers. Obwohl die Bezeichnung „Erstlingswerk“ so gar nicht stimmt. Genau genommen ist der am 20. Juli erschienene Roman bereits Wagners viertes Buch. „Die anderen – ein Groschenroman, ein Krimi und ein Jugendbuch – liegen aber alle daheim in der Schublade und so wird das wohl auch bleiben“, lacht Christian Wagner. Vor fünf, sechs Jahren, habe es ihn plötzlich gepackt und er habe angefangen, an seinem allerersten Roman zu arbeiten. „Das war in der Zeit der Abschlussprüfungen an der Schule. Meine Mutter dachte, ich sitze oben in meinem Zimmer und lerne, dabei habe ich an meinem Buch geschrieben.“ Als die Familie von den schriftstellerischen Ambitionen des Juniors erfuhr, reichten die Reaktionen von „Lern lieber! Danach kann´sch schreiben“ bis zu „Jetzt spinnt er!“ erinnert er sich schmunzelnd.

Mit der Mittleren Reife hat es trotz dieser Skepsis ebenso geklappt, wie mit der Veröffentlichung. Heute ist der Jungautor „im richtigen Leben“ Groß- und Außenhandelskaufmann und absolviert derzeit eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Der Leidenschaft zum Schreiben, wie auch zu seinen anderen, durchweg sportlichen Hobbies, frönt er in seiner Freizeit. „Dein Name im Sand“ entstand so im Lauf eines knappen dreiviertel Jahres.

Darin geht es um die Liebesgeschichte zwischen der 16-jährigen Emily aus Nürnberg und dem 18-jährigen Venezianer Pietro, einem (scheinbaren) Macho, der mit seiner Klasse eine Woche in Nürnberg zu Besuch ist. Als Pietro zurück nach Venedig muss, beginnt für die beiden eine Zeit der Fernbeziehung, in der sie die Gefahren von Social Networks wie Facebook hautnah zu spüren bekommen. Als Emily von ihrer Mutter eine Reise in die Lagunenstadt geschenkt bekommt, beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens. Ein Familiengeheimnis kommt ans Tageslicht, das nicht nur die junge Liebe zu zerstören droht.

„Ich wollte eine Liebesgeschichte schreiben, aber keine, die nur so schnulzig vor sich hinplätschert“, sagt Christian Wagner, zu dessen Lieblingsautoren neben Dan Brown und Stieg Larsson auch Nicholas Sparks gehören. „Als der Herr vom Verlag anrief und meinte `Ok, das können wir schon machen´, konnte ich es erstmal nicht fassen“, erinnert er sich.

"Einfach Wahnsinn"

Die erste Frage der skeptischen Mutter war dann auch: „Aha… Kostet das was?“ Nein, tat es nicht. Als er einige Zeit später das erste fertige Exemplar des Buches (für dessen Covergestaltung sich Wagners Cousine Sophia Streck verantwortlich zeichnet) in Händen hielt, war das „einfach Wahnsinn,“ so Wagner. Der Öffentlichkeit präsentierte er sein „Baby“ bereits bei mehreren Lesungen. Die Reaktionen seien überwiegend positiv, auch wenn manche schon fragen würden, warum er ausgerechnet einen Liebesroman geschrieben habe. „Die, die mich näher kennen, sagen, irgendwie verstehen sie es schon, weil: man hat´s doch immer a weng mit den Frauen“, lacht er. Und ja, er sei auf jeden Fall romantisch veranlagt. Das könne auch seine Freundin bestätigen.

Darüber, dass es in einer Zeitungskritik hieß, in dem Buch ginge es hauptsächlich um Sex, kann er nur den Kopf schütteln. „Im ganzen Buch sind nur zwei, drei harmlose Szenen in der Richtung enthalten.“ Er selbst hält seinen Roman gut geeignet für Jugendliche, wie auch für Junggebliebene. In der Kemptener Buchhandlung Dannheimer ist dieser jedenfalls bei den Frauen-Romanen zu finden. Der Verkauf läuft besser als er es je erwartet hätte, freut sich der junge Autor, der bereits an seinem nächsten Roman arbeitet. Wieder eine Liebesgeschichte. Mit ein bisschen Glück könnte die schon im nächsten Sommer in den Regalen stehen.

Sabine Stodal

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