"Bühne frei" für Kreativität und Spontanität

Junges Theaterfestival steht unter dem Motto: "Wer willst Du sein?"

+
Im Rahmen des jungen Theaterfestivals führten die Schüler der Grundschule Stein das Bühnenstück „Vom Fischer und dem verflixten Wünschen“ im Theater in Kempten auf.

Kempten – „Wer willst Du sein?“ – eine essenzielle Frage für jeden jungen Menschen. Unter diesem Motto steht das diesjährige Jugend-Theaterfestival Kempten – fantasTiK.

Fünf Tage lang präsentieren SchülerInnen und Jugendliche eigene Theaterstücke, in denen sie sich kreativ mit der Suche nach der eigenen Identität und der freien Persönlichkeitsentfaltung auseinandersetzen. Den Auftakt zu diesem fest etablierten Kulturhighlight machten am letzten Montag die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG der Grundschule Stein mit ihrem Bühnenstück „Vom Fischer und dem verflixten Wünschen“ im Stadttheater Kempten. fantasTiK, das junge Theaterfestival Kempten biete für Kinder und Jugendliche einen besonderen Raum der Begegnung, Fantasie und spielerischer Kreativität, so die Schirmherrin Ulrike Kiechle in ihrem Grußwort. Die jungen Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten zum Ausdruck zu bringen, etwa beim Theaterspielen, Tanzen und Singen. Es können Schüler- und Jugendgruppen unterschiedlicher Schulen und Jahrgangsstufen aus Kempten und der Region teilnehmen. Ihre Aufgabe ist es, zu einem vorgegebenen Motto Ideen zu entwickeln und in einem eigenen Theaterstück umzusetzen. So können sich die Heranwachsenden auf der Bühne ausprobieren, in unterschiedliche Rollen schlüpfen und neue Erfahrungen sammeln. 

Die Losung für diese Theatertage greift eine wesentliche Frage für jeden jungen Menschen auf, die Suche nach der eigenen Identität, Selbst- und Fremdbild vor dem Hintergrund sozialer Medien, politischer und gesellschaftlicher Entwicklung. Mit dem Stück „Vom Fischer und dem verflixten Wünschen“, angelehnt an das Märchen „Der Fischer und seine Frau“ von Philipp Otto Runge unter Leitung und Regie von Thomas Werner und der Theaterpädagogin Anke Leupold gelang eine lebendige und tiefsinnige Inszenierung über das rechte Wünschen und über Selbst- und Fremdbestimmung. Die Geschichte erzählt von einem Fischer, der in einem armseligen Dorf von der Fischerei mehr schlecht als recht lebt. Doch eines Tages angelt er im Meer einen sprechenden Fisch – einen Butt. Der Zauberfisch bettelt aber um sein Leben und so lässt ihn der Fischer wieder frei. Als die Dorfbewohner davon hören, fragen sie ihn, ob er sich denn im Gegenzug nichts gewünscht hat. Sie drängen den Fischer, den Butt erneut zu rufen, um sich neue Hütten zu wünschen. Der Butt erfüllt den Wunsch. Doch die Bewohner sind bald nicht mehr damit zufrieden, sie drängen den Fischer, den Zauberfisch immer wieder zu rufen und noch größere Wünsche vorzutragen – „Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje inne See….“. 

Der Fischer möchte sich nichts mehr wünschen, aber er beugt sich, trotz wachsender Angst, dem Willen der Dorfbewohner. Nach den Hütten verlangen sie große Häuser und dann Schlösser, sie möchten Königin und König werden. Alle Wünsche erfüllt der Butt – „Geh nur hin, sie sind es schon….“. Nicht nur den Fischer plagen Gewissensbisse und er fühlt sich zu etwas gedrängt, was er nicht möchte, auch das Nachbardorf wird immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Dem Fischer stellen sich immer häufiger die Fragen „Was will ich tun?“, – „Was will ich sein?“: Diese innerliche Zerrissenheit und die Sinnhaftigkeit seines Handelns werden in Gestalt von drei alten Mütterchen dargestellt, die zwischen den Wünschen mit ihm ein Zwiegespräch führen. Als die Dorfbewohner schließlich fordern, wie Gott werden zu wollen, ist alles vorbei, sie finden sich, wie am Anfang, in ihren armseligen Hütten wieder. Mit diesem Theaterstück ist den SchülerInnen der Grundschule Stein eine unterhaltsame und lehrreiche Aufführung gelungen, in der sie sich mit viel Kreativität und Spontanität mit dem Thema „Wer willst Du sein?“ auseinandersetzten.

Die Zuschauer waren begeistert. Das Stück spiegelte spielerisch und leicht wider, wie wichtig es für junge Menschen ist, ihre eigene Identität zu finden und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Besonders gelungen waren auch das Zusammenspiel der Kinder mit einer Marionette, die als Fischer den Butt rief und dann die Erscheinung des Butts als bunter Zauberfisch mit Hilfe eines Schattentheaters. Sie machten das Bühnenstück noch anspruchsvoller und spannender für das Publikum. Am Ende der Veranstaltung sorgte die Festivalkantine der Schülerfirma Gastro mit den SchülerInnen der Angnes-Wyssach-Schule für einen leckeren Imbiss für die Gäste. 

Fotos vom Festivalabend am Mittwoch finden Sie hier.


Christine Reder

Auch interessant

Meistgelesen

Tausende Kinder amüsieren sich beim Sport- und Familientag
Tausende Kinder amüsieren sich beim Sport- und Familientag
Mann in der Nähe des Kemptener Hofgartens brutal zusammengeschlagen
Mann in der Nähe des Kemptener Hofgartens brutal zusammengeschlagen
Raser muss Führerschein erneut abgeben
Raser muss Führerschein erneut abgeben
Hochzeitsgast feuert mit Schreckschusspistole
Hochzeitsgast feuert mit Schreckschusspistole

Kommentare