Kämpfer wider Willen

Ob neue Besen immer besser kehren, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Anders kehren sie fast immer, im Falle der neuen Regisseure der Freilichtspiele Altusried 2009 auf jeden Fall. Das Team Mayer/Bayer lässt sich jetzt schon in die Karten blicken, im Gasthof Rössle wurden jetzt die Szenen „Gerichtsverhandlung“ und „Erschießung Hofers“ 199 Jahre nach dem Tag des Justizirrtums nachgestellt.

Thomas Bayer hatte in seiner aufwändigen Recherche über das Leben und Sterben des südtiroler Freiheitshelden Andreas Hofer nämlich herausgefunden, dass der Sandwirt aus Passeier zu dieser Zeit Untertan des bayerischen Regenten war und damit überhaupt nicht der französischen Gerichtsbarkeit unterlag. Von den Schießkünsten der Soldaten Napoleons hielt er ohnehin nicht allzu viel, er ermahnte jedenfalls das Erschießungskommando, gut zu zielen. Genützt hat es nichts, der 1767 in Sankt Leonhard in der Nähe von Meran geborene Vater von zwei Kindern musste durch einen Gnadenschuss getötet werden. Unfreiwilliger Held Eigentlich wollte er gar nicht das Kommando über die Freiheitskämpfer, er musste nach jedem Sieg zur Weiterführung der Kampfhandlungen überredet werden, wenn nötig mit der Hilfe von Alkohol. Er hätte seinem Schicksal entfliehen können, als die Wachmannschaften außer Gefecht gesetzt waren. Warum er es nicht tat, weiß Johanna Mayer auch nicht. An der Seite von Bayer ist es ihr Debüt als Co-Regisseurin, bei der Jungfrau von Orleans hatte sie noch selber die Hauptrolle gespielt. Irgendwie erliegen sie alle der Faszination Freilichtspiele, die Altusrieder, gebürtig oder zugereist, und wenn man sie auch nur in einer Nebenrolle braucht. So wie Wolfgang Hutter, der Hofer Darsteller von 1995. Die Feststellung einer Tageszeitung, er schaue sich als Zuschauer das Ganze aus der Distanz an, stimmt also nicht. Nicht mehr aktiv ist Hanns Schuschnigg, der ein neue Ära der Freilichtspiele eingeläutet hat, aber er verfolgt alles, was damit zu tun hat mit großem Interesse trotz fortgeschrittenem Alter. Die beiden Abende im Rössle hatte er bestimmt als wichtige Termine, die er um keinen Preis verpassen wollte, im Kalender angekreuzt. Das Premierendatum, der 20. Juni, steht schon länger drin.

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