Preisverleihung ohne Lampenfieber

Ein Kammermusik- und Orchesterkonzert mit jungen Talenten der Sing- und Musikschule

+

Kempten – Die Sing- und Musikschule Kempten hält in loser Reihenfolge Konzerte und Vorspielabende ab, in denen Musikschülern die Gelegenheit gegeben wird, ihr Können einem Publikum darzubieten.

Dahinter steckt der Plan der Macher der Sing- und Musikschule, dass eine Konzertsituation, zumal vor einer größeren Anzahl von Zuhörern, von den Schülern genauso trainiert werden muss, wie das Musizieren selbst. Nicht umsonst ist ja auch unter Berufsmusikern das Lampenfieber in schwächerer oder stärkerer Ausprägung ein ständigen Begleiter ihres Berufsalltags. Und dieser Begleiter muss im Griff gehalten werden, denn er vermag den Vortrag zu verbessern, leider aber auch zu verschlechtern, wenn er zu dominant wird.

Bei dem Kammermusik- und Orchesterkonzert vergangene Woche im Schönen Saal konnte ein übermäßiges Lampenfieber bei den jungen Musikerinnen und Musikern nicht festgestellt werden. Die Qualität des musikalischen Vortrags, die natürlich vom Alter der Musikschüler, von der Schwere der Stücke und der Anzahl der Mitspielenden abhängt, war durchwegs gut bis sehr gut, sodass man als Zuhörer durchaus auf seine Kosten kam.

Der Leiter der Sing- und Musikschule, Robert Rossmanith, begrüßte sehr sympathisch und ohne sichtbares Lampenfieber das zahlreich erschienene Publikum, bevor das zweistündige Konzert begann. Zu hören war dann ein unterhaltsamer Querschnitt durch die Welt der klassischen Musik bis hin zur neueren populären Musik. Eine besondere Erwähnung verdient neben den jungen Streichern, einer Blockflötistin, einer Gesangsdarbietung mit Kammerbegleitung, einer Trommelbande und einem Querflötentrio (Foto) der Vortrag von Severin und Kleopha Haslach, die mit Cello und Klavier auf einem technisch sehr guten Niveau den glanzvollen, aber schwierigen „Le Grand Tango“ von Astor Piazolla spielten. 

Und auch das Trompetenkonzert von Guiseppe Torelli mit Jonathan Klein an der Trompete zeigte ein bereits sehr beeindruckendes Können des jungen Solisten. Zum Abschluss spielte das bühnenfüllende Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Ulrich Köbl zwei Sätze aus den Slawischen Tänzen von Antonin Dvorak. Spätestens hier konnte sich der Zuhörer zurücklehnen und im Genuss dieser bekannten und eingängigen Musik schwelgen oder darüber staunen, wie gut und nicht mehr weit weg von einem professionellem Orchester die Musikschüler spielten.

Nach der Pause gab es zusätzlich zum musikalischen Programm eine kleine Preisverleihung durch OB Thomas Kiechle. Die Stadt Kempten verwaltet 17 Stiftungen, von denen die Gertraut-Dinnebier-Stiftung nach dem Wunsch der Stifterin zur Förderung der musikalischen Erziehung verwendet wird. Hierzu werden jedes Jahr Förderpreise in Form eines einmaligen Geldbetrags an begabte junge Musikschülerinnen und Musikschüler vergeben. 

Kiechle, auf der Bühne gewohnt hemdsärmelig und ebenfalls ohne Lampenfieber, ließ es sich nicht nehmen, den neun ausgewählten Stipendiaten der Sing- und Musikschule ihre Förderpreise persönlich zu überreichen. Schade nur, dass man von ihm oder den anwesenden Mitgliedern des Stiftungsbeirats so gar nichts über die Gründe erfuhr, warum genau diese neun Musikschüler vom Stiftungsbeirat ausgewählt worden waren.

Jürgen Kus

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Das Herzstück der König-Ludwig-Brücke fliegt ein
Das Herzstück der König-Ludwig-Brücke fliegt ein
Alice hoch drei auf der Burghalde - Bilder zum Märchensommer 
Alice hoch drei auf der Burghalde - Bilder zum Märchensommer 
Schwungvolles Mitmachtheater stellt Burghalde auf den Kopf
Schwungvolles Mitmachtheater stellt Burghalde auf den Kopf

Kommentare