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Sinti und Roma 

Viktoria Doris Graenert gestaltet den Gedenktag im Refektorium

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Doris Graenert bei ihrem berührenden Vortrag.

Isny – In diesem Jahr hat Viktoria Doris Graenert wieder an die Menschenvernichtung im Dritten Reich erinnert und das Schicksal der Sinti und Roma besonders hervorgehoben.

Mit den Sinti und Roma beschäftigt sie sich schon seit rund 30 Jahren und hat zu Roma- und Sinti-Familien ganz persönliche Kontakte aufbauen können.

Hochachtung für eine Frau, die es sich zu einem Teil ihrer Lebensaufgabe gemacht hat, die Gräuel des Dritten Reiches nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und trotzdem immer darum bemüht ist zu vermitteln, auszugleichen und alte bestehende Wunden aus dieser Zeit zu heilen. 75 Jahre nach dem Auschwitz-Erlass, mit dem die gnadenlose Vernichtung einer ganzen Volksgruppe in mehreren Ländern im Hoheitsgebiet der Nationalsozialisten endgültig besiegelt wurde, ist diese Erinnerung auch dringend notwendig. 

Da gibt es auch heute noch Vorurteile gegen die „Zigeuner“ und Diskriminierung oder Benachteiligung im täglichen Leben, stellte Graenert fest. Wohnungssuche, Lehrstellensuche, nötig werdende Sozialleistungen sind auch heute noch äußerst schwierig zu bewältigen. Es gab eine Frist im Nachkriegsdeutschland, um sich wieder als deutscher Staatsbürger registrieren zu lassen, aber viele Sinti und Roma machten davon keinen Gebrauch, weil sie sich davor fürchteten, sich in irgend einer Weise registrieren zu lassen. Nach dem Krieg saßen häufig noch die gleichen Beamten auf ihren Posten, die diese Menschen schon einmal registriert hatten, und wo das hinführte, war ihnen noch gut in Erinnerung.

Was macht aber ein „Staatenloser“, wenn er in Deutschland in Not gerät und soziale Unterstützung benötigt? – Anträge auf Entschädigungsleistungen, so Doris Graenert, haben nur in relativ wenigen Fällen zum Erfolg geführt. „Zwangsarbeit, KZ-Aufenthalte, usw. haben kaum zu Zuwendungen geführt, die den Namen Entschädigung auch verdienen.“

Der Abend im Refektorium des Isnyer Schlosses hielt jedenfalls die Untaten des NAZI-Regimes durch ausgelegte Literatur, persönliche Schicksale und den Dokumentationsfilm „Wir haben doch nichts getan“ im richtigen Zusammenhang in Erinnerung. Von staatlicher Seite wurde zwar in den vergangenen Jahren recht viel getan, doch die alten Vorurteile und pauschalen Vorstellungen sind auch heute noch in vielen Köpfen.

Manfred Schubert

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