CSU will Ullrich Kremser (FDP) als Partnerstädte-Beauftragten ablösen

Das "Postengeschacher" beginnt

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FDP-Stadtrat Ullrich Kremser soll auf Druck der CSU sein Beauftragten-Amt abgeben.

Kempten – In der ersten Sitzung des neuen Stadtrats am Donnerstag, 8. Mai, droht es zu einer Kampfabstimmung zwischen den Stadträten Ullrich Kremser (FDP) und Stephan Prause von der CSU um das Amt des Partnerstädte-Beauftragten zu kommen. Auch die Grünen drohen für die erste Sitzung bereits mit Ärger.

Nach dem verpatzten Start in die letzte Wahlperiode waren sich die Parteien heuer eigentlich einig, es besser machen zu wollen. 

Eigentlich. 

Denn nach Informationen des Kreisboten beansprucht die CSU – die einzige Partei, die bei den Kommunalwahlen im März Stadtratssitze verloren hat – nun plötzlich auch den Posten des Beauftragten für Partnerstädte. Ausüben soll ihn der junge Stadtrat Stephan Prause. 

Ein pikantes Vorhaben, denn dieses Amt wird eigentlich seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit aller von FDP-Mann Ullrich Kremser ausgeübt. Der versteht mittlerweile die Welt nicht mehr, will aber nicht aufgeben: Gegenüber dem Kreisboten kündigte er an, sich am nächsten Donnerstagabend auf alle Fälle der Wahl stellen zu wollen. Sollte aber auch die CSU an ihrem Plan festhalten und Prause tatsächlich ins Rennen schicken, droht eine Kampfabstimmung. 

Einen Ausweg scheint es aber noch zu geben: Demzufolge könnte die Beauftragung für Behinderte und Senioren, derzeit ausgeübt von Lothar Köster (SPD), getrennt werden. Statt zehn hätte der Stadtrat damit künftig elf Beauftragte, den zusätzlichen Posten würde Prause bekommen. Das Problem: Köster und Stephan Prause müssten sich einigen, wer welches Amt übernimmt. Derzeit ziehen aber beide anscheinend das Amt des Behindertenbeauftragten vor. Eine Einigung erscheint daher im Moment schwierig. 

Doch auch die Grünen sind unzufrieden über den Verlauf der Verhandlungen. So sehen sie den Beauftragten für Umwelt als ihr ureigenstes Amt. Mit Theo Dodel-Hefele stünde ein aus ihrer Sicht geeigneter Kandidat auch bereit. Umweltbeauftragter seit sechs Jahren ist allerdings CSU-Stadtrat Richard Hiepp, der das auch bleiben soll, so der Parteiwille. Daher soll die CSU den Grünen das Amt des Beauftragten für Kinder und Familien angeboten haben, der derzeit noch von Andreas Kibler (CSU) gestellt wird. Mit Erna-Kathrein Groll stünde zwar auch hierfür eine Grüne für das Amt bereit. Dennoch wäre der Umweltbeauftragte den Grünen lieber. 

Schon werden die erste Stimmen laut, die von einem „Postengeschacher” sprechen. Beauftragter sollte werden, wer auch qualifiziert dafür ist, und nicht, wer ein CSU-Parteibuch hat, heißt es aus den anderen Parteien.

Matthias Matz

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