Es kann auch am Mann liegen

Chefarzt Prof. Dr. Ricardo Felberbaum. Foto: Klinikum

Warum stellt sich bei vielen Paaren die ersehnte Schwangerschaft nicht ein? Dieser Frage gingen Fachärzte jetzt beim dritten „Matinee Reproduktions- medizin“ im Ärztehaus am Klinikum auf den Grund. „Wenn bei der Frau alle organischen Störungen ausgeschlossen werden können, ist in vielen Fällen eine Qualitätseinschränkung des männlichen Samens ursächlich und die Untersuchung des Ejakulats entscheidend“, sagte Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, Chefarzt der Frauenklinik und des Kemptener Kinderwunschzentrums (KWK).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe hierzu in den vergangenen Jahren die Grenzwerte für Konzentration, Beweglichkeit und Form der Spermien neu festgelegt. Prof. Dr. Frank-Michael Köhn, einer der renommiertesten Andrologen Deutschlands, präsentierte die aktuellsten Daten zu diesem Thema. Die Medizin könne betroffenen Männern bzw. Paaren Hoffnung machen und verschiedene Methoden anbieten, etwa die sogenannte intrauterine Insemination (eine Methode der künstlichen Befruchtung). Werde bei beiden Partnern trotz subtilster Untersuchungen keine Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit gefunden, spreche man von idiopathischer Sterilität. Diese sei meist immunologisch bedingt, erläuterte Dr. Hanns-Georg Klein vom Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin in Martinsried. Die Behandlung sei dann zwar schwierig, jedoch gebe es vielversprechende Ansätze wie etwa die Verabreichung von weißen Blutkörperchen des Partners an die Frau. Der Labormediziner bietet zusammen mit Dr. Imma Rost humangenetische Sprechstunden am Klinikum Kempten an. Dr. Wolfgang Küpker vom Kinderwunschzentrum Mittelbaden machte die Endometriose – eine Erkrankung von Frauen, deren Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter liegt – als häufige Ursache für Unfruchtbarkeit aus. „70 Prozent aller Frauen mit Sterilitätsproblemen leiden an diesem Phänomen“, betonte der Mediziner. Auch hier stünden immunologische Faktoren im Vordergrund. Diese zu modulieren und die Fortentwicklung der Krankheit zu stoppen sei das Ziel der hormo- nellen Therapie.

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