Regierungspräsident Strampfer überreicht die Urkunde für die neue Siloah-Stiftung

Die Weichen sind endgültig gestellt

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Regierungspräsident Hermann Strampfer (rechts) überreicht die Stiftungsurkunde an Bürgermeister Rainer Magenreuter (v.l.), Susanne Bolender und Pfarrer Michael Mitt.

Isny – Es schien nicht allen recht zu sein, dass der Waisenhausverein Siloah sich auflöste (der Kreisbote berich- tete) und dass durch den Verkauf der Gebäude des Kinderdorfes an die Zieglerschen Geld in die Kasse des da noch bestehenden Vereins floss.

4,25 Millionen Euro betrug die Summe, um die es jetzt ging und die nach den Statuten des Waisenhausvereins bei Auflösung an das Diakonische Werk kommen sollten. Das gab schon einigen Wirbel, als der Waisenhausverein in einer beschlussfähigen Sitzung die Auflösung beschloss und gleichzeitig die Umwandlung in eine bürgerliche Stiftung vorbereitet wurde. Die nun entstandene Waisenhausstiftung Siloah Isny im Allgäu ist in Baden-Württemberg auch nur eine unter 535 anderen, aber durch die Bindung an die Richtlinien für Stiftungen, die von dem Regierungspräsidium kontrolliert werden, ist zumindest der Restposten an Geldern aus einem florierenden Kinderdorf in eine neue Verwaltungsebene übertragen worden. Jetzt können in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium und dem Vorstand der Stiftung Gelder aus den Überschüssen der festgelegten Gelder verteilt werden und das Kapital bleibt unangetastet. 

Projekte fördern 

Stiftungen sind eigentlich unsterbliche Konstrukte und so soll es auch bleiben. Isny ist eine Stadt mit verschiedenen Stiftungen, wie Regierungspräsident Hermann Strampfer in seiner Rede betonte. Insgesamt werden in Isny 25 Millionen Euro Stiftungsgelder in acht Stiftungen verwaltet. Pfarrer Michael Mitt, erster Vorsitzender der Stiftung und Bürgermeister Rainer Magenreuter als sein Stellvertreter haben die kleine Feierstunde im historischen Sitzungssaal der Rathauses gestaltet. Pfarrer Mitt betonte, dass die Stiftung im Sinne der Gründungsväter von Siloah die Gelder sorgsam verwalten will und die Förderung bestimmter Projekte nach sorgfältiger Prüfung erfolgen soll. Für Pfarrer Mitt geht es da nicht nur um Geld, sondern auch um die Hilfe für Bedürftige und ihr Umfeld. „Heute fragt man immer nach dem Wert des Menschen. In den Bibeltexten ist das keine Frage, sondern der Wert ist einfach gegeben. Der Mensch hat seine Würde weil er ein Geschenk Gottes ist.“

 Bürgermeister Rainer Magenreuter begrüßte die Entwicklung und hofft auf eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Gremien. Eines scheint allen klar zu sein: Die Stiftung ist keinen betriebswirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt und befindet sich einfach in einem ruhigen Fahrwasser. Regierungspräsident Strampfer überreichte die Stiftungsurkunde und wünschte allen Beteiligten ein gutes Gelingen. „Die Stiftungskasse soll sich wie der Siloah-Teich in Jerusalem immer wieder füllen und nie versiegen.“ Ein Wunsch, der hoffentlich in Erfüllung gehen wird. Gleich im Anschluss wurde der Vorstand zum ersten Mal aktiv. Susanne Bolender, ebenfalls Mitglied des Vorstandes, konnte die ersten zwei Schecks überreichen. Über das Gymnasium gingen 2000 Euro an die Schulsozialarbeit am Schulzentrum zur Finanzierung von Fortbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter. 

Weitere 5000 Euro gingen an die Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes und das Geld soll für Chancengleichheit benachteiligter Kinder eingesetzt werden. Nachhilfeunterrichte und andere Aktionen werden davon finanziert. So scheint es nun doch zu einer befriedigenden Lösung gekommen zu sein und das Kinderdorf wie auch der Waisenhausverein sind nur noch hundertjährige Geschichte.

Manfred Schubert

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