Entwicklungsminister besucht Erstaufnahme in Sulzberg

Start der Erstaufnahme in Sulzberg

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Willkommen in Sulzberg – zur Begrüßung verteilten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer Kaffee, Tee, Müsliriegel und Obst. Von den Flüchtlingen wurden die Gaben dankbar angenommen.

In der Gemeinderatssitzung vom 7. September wurden die Sulzberger BürgerInnen über die Erstaufnahme von Flüchtlingen im Oberallgäu informiert. Der von der Regierung von Schwaben aktivierte Notfallplan sieht kurzfristige Erstaufnahmekapazitäten für 250 Menschen vor.

In der Erstaufnahme sollen die Flüchtlinge für ein paar Tage zur Ruhe kommen und gleichzeitig registriert und ärztlich untersucht werden. Bis Ende der Woche soll dann für die „Sulzberger Flüchtlinge“ die Verteilung auf die Unterkünfte in Bayern und im Bund geregelt sein. 

Am Sonntag war es dann soweit: Aus Ismaning und aus den Messehallen in München-Riem kamen circa 200 Flüchtlinge mit vier Reisebussen nach Sulzberg. Viele von Ihnen waren erst am Freitag bzw. Samstag in München angekommen. Eine Ankunft zusammen mit 12.000 Mitflüchtlingen – so lauteten die offiziellen Zahlen. Allein für Samstag. Allein für München. Seit Ende August hat München somit über 65.000 Flüchtlinge empfangen und versorgt. Dass diese Versorgung so gut funktioniert hat, ist ganz wesentlich dem freiwilligen Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer zu verdanken. Und so schließt sich der Kreis nach Sulzberg: Dort haben sich nach dem Aufruf von Bürgermeister und Pfarrer über 60 hilfsbereite BürgerInnen gemeldet und sich für die Essensausgabe einteilen lassen. 

Schon an den Tagen zuvor tat sich einiges in und um die Sulzberger Dreifachturnhalle. Es wurde Kleidung gesammelt und sortiert, Kinder trennten sich von so manchem Kuscheltier und die ehrenamtlichen Helfer vom Technischen Hilfswerk verwandelten die Sporthalle in ein großes Matratzenlager. Um den Boden der Halle zu schonen wurde dieser komplett mit einer Schutzfolie ausgelegt. All diese Vorarbeiten wurden vom Oberallgäuer Landratsamt und dem verantwortlichen Koordinator Michael Seger organisiert und zusammen mit vielen Mitarbeitern aus dem Landratsamt und den Hilfsorganisationen umgesetzt. So sorgte das Technische Hilfswerk für Strom und Licht, die HelferInnen des Roten Kreuzes waren bei der Kleiderausgabe aktiv und standen mit dem Rettungsdienst für Notfälle und Krankenhaustransporte parat und vom Regionalverband Allgäu der Johanniter-Unfall-Hilfe wurde die medizinische Erstuntersuchung und die Verpflegung der Flüchtlinge unterstützt. Markus Adler, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe zeigte sich überwältigt vom Engagement der Sulzberger: „Auf unseren Aufruf zur Hilfe bei der Essensausgabe kamen 50 freiwillige Helfer, denen ich auf diesem Weg nochmals ein recht herzliches vergelt’s Gott sagen möchte.“ 

Entwicklungsminister zu Besuch 

Noch vor der Ankunft der Flüchtlinge stattete Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller der Notunterkunft in Sulzberg einen Besuch ab (siehe Kommentar). Er informierte sich vor Ort über all die Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe ergeben: Wo kommen die Flüchtlinge her? Wie viele werden nach Sulzberg kommen? Kommen Familien? Und natürlich die Frage nach dem Taschengeld für die Flüchtlinge. Als der erste Bus dann nach langem Warten um kurz nach 16 Uhr an der Bushaltestelle der Sulzberger Schule eintraf war die Unsicherheit sowohl den vielen Helfern als auch den Menschen im Bus im Gesicht abzulesen: Was sind das für Menschen die für einige Tage nun unter uns leben werden? Was haben sie wohl alles durchgemacht auf ihrem langen Weg nach Sulzberg? Und die Flüchtlinge? Sie waren sichtlich müde und erschöpft – und dankbar für einen heißen Kaffee, Tee, einen kleinen Imbiss und das Kuscheltier für die Kinder. Nach den ersten vorsichtigen Kontakten war schnell klar wo die meisten Flüchtlinge ihre Heimat haben: Syrien, Irak, Afghanistan – all die Länder von denen in den letzten Wochen nichts anders zu lesen war als Krieg, Terror, Verfolgung und Chaos. Und genau das sind die Ursachen, warum so viele Menschen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr haben. Als um 20 Uhr der vierte und letzte Bus mit Flüchtlingen in Sulzberg eintraf war abzusehen, dass es noch einige Stunden dauern würde, bis nächtliche Ruhe in die Sporthalle in Sulzberg einziehen wird. Zu diesem Zeitpunkt waren Ärzte, Helfer und Mitarbeiter des Landratsamtes noch mit der Registratur der Flüchtlinge aus dem zweiten Bus beschäftigt.  Michael Schropp

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