"Kaum der richtige Weg"

Während Verwaltung und Mehrheit im Stadtrat das neue Mobilfunkkonzept der Stadt (der KREISBOTE berichtete) als den großen Durchbruch feiern, übt die Bürgerinitiative Kempten-West deutliche Kritik an dem Projekt. Zwar sei das Konzept ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, gehe aber in vielen Bereichen nicht weit genug, heißt es in einer Presseerklärung der Mobilfunkgegner.

Zwar trage die Bürgerinitiative das Ziel, die Mobilfunkbelastungen für die Kemptener zu reduzieren und vor allem Kinder zu schützen, mit, teilt die Initiative mit. Ansonsten lassen die Aktivisten aber kein gutes Haar an den Plänen der Stadtverwaltung. Zum einen sei die Beauftragung des Umweltinstituts München „nicht zielführend“, da die Meinungen weiterer Experten außen vor blieben. „Gesundheitliche Aspekte wurden damit völlig außer Acht gelassen“, heißt es. Zum anderen kritisieren die Mobilfunkgegner, dass das „dialogische Verfahren“ kaum der richtige Weg sei, um mit den Betreibern von Mobilfunkstationen auf Augenhöhe zu verhandeln. Schließlich sei es auch in der Vergangenheit trotz aller Bemühungen nicht gelungen, die Betreiber ins städtische Boot zu holen. Einziges wirksames Mittel in diesem Zusammenhang sei eine Bauleitplanung der Verwaltung mit ausgewiesenen Standorten für Sendeanlagen. „Die Stadt hat die einzige Möglichkeit, den Netzbetreibern tatsächlich auf Augenhöhe zu begegnen nicht wahrgenommen“, lässt die Bürgerinitiative verlauten. „Die Stadt wird auch weiterhin nur reagieren und nicht agieren“, so die Befürchtungen. Belastung noch zu hoch Die Einführung einer „Immissionskarte“ sei zwar begrüßenswert. Es reiche aber nicht, „die Strahlungsbelastungen farblich von grün über gelb bis rot darzustellen und dem Bürger so zu suggerieren, dass für ihn gesundheitlich vorgesorgt sei.“ Zweifel äußern die Aktivisten auch an den Angaben des Umweltinstituts, bei einer optimierten Vorgehensweise die Belastung um das drei- bis zehnfache zu senken. „Das klingt zwar schön, ist aber nicht im Sinne des Vorsorgeprinzips.“ Gesundheitliche Beeinträchtigungen und Blutbildveränderungen seien nämlich schon bei weitaus niedrigeren Werten festgestellt worden. In diesem Zusammenhang übt die Bürgerinitiative auch Kritik an der Ablehnung des Konzepts von UB/ödp-Stadtrat Helmut Hitscherich durch die Mehrheit des Kemptener Stadtrats (der KREISBOTE berichtete). „Gute Leitlinien sind aber eine wesentliche Grundlage, um die gesetzten Ziele zu erreichen.“

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