Kaum Strahlung?

Die Mobilfunkimmissionen im Allgäu sind sehr gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik GmbH (IMST) im Auftrag des Berliner Informationszentrums Mobilfunk e.V. (IZMF). Selbst der höchste zwischen 2001 und 2008 hier gemessene Wert schöpfe lediglich 0,22 Prozent des gültigen Grenzwertes bezogen auf die Leistungsflussdichte aus, berichtete IZMF-Geschäftsführerin Dagmar Wiebusch am Mittwoch im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Kemptener Rathaus. Wie seriös die Daten sind, ist allerdings fraglich – Träger des IZMF-Vereins sind die Mobilfunkbetreiber selbst.

Glaubt man den Referenten der Veranstaltung „Wisschenschaf(t)t Vertrauen – eine Initiative des IMZF unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landesamtes für Umwelt“, besteht für die Allgäuer hinsichtlich Mobilfunkstrahlen kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: „An der überwiegenden Mehrzahl der in der Datenbank dokumentierten 40 Messpunkte in der Region werden sogar nur wenige Tausendstel der gesetzlichen Grenzwerte erreicht“, erklärte Wiebusch. Damit liege das Allgäu im bayernweiten Trend. „Die Mobilfunkfelder im Freistaat liegen weit unter den geltenden Grenzwerten.“ Erhoben worden sind die rund 1900 Messdaten in Bayern im Zuge des Projekts zur „Förderung der Erfassung elektromagnetischer Felder (FEE)“, das zum Teil vom Umwelt- und Gesundheitsministerium finanziert wird. 350 Kommunen haben sich nach Angaben des IZMF bislang an diesem Projekt beteiligt. Um die daraus gewonnenen Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben sich das Landesamt für Umwelt sowie das IZMF und das IMST zusammen geschlossen, um die Messdaten auszuwerten und die Immissionsdatenbank auszubauen. Nach Ansicht des IZMF belegen die Daten, dass „auch mit dem Ausbau der Mobilfunktechnologie die Mobilfunkfelder weit unter den Grenzwerten liegen“, heißt es. Insgesamt zeige die Auswertung der erhobenen Messwerte, dass in Bayern nur ein Zentralwert der Grenzwertausschöpfung von 0,014 Prozent, bezogen auf die Leistungsflussdichte, erreicht wird. An Orten wie Schulen und Kindergärten betrage der Medianwert nur 0,008 Prozent. Selbst ein geringer Abstand zu Sendeanlagen habe nicht zwangsläufig hohe Immissionen zur Folge, führte Dr. Christian Bornkessel, Projektleiter der FEE-Auswertung beim IMST, am Mittwoch aus. „Denn aufgrund der Abstrahlcharakteristik und der topographischen Gegebenheiten vor Ort können im Nahbereich der Antennen sogar geringere Immissionen auftreten als in größeren Entfernungen“, sagte er. „Auf Basis des derzeitigen Wissens kann man davon ausgehen, dass – falls doch noch unerkannte Risiken für die Gesundheit bestehen sollten – diese von sehr untergeordneter Bedeutung wären“, betonte Prof. Dr. Caroline Herr vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Trotzdem müsse die Forschung weiterhin mögliche Langzeitwirkungen für Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren untersuchen. Zum anderen sehe das Bundesamt für Strahlenschutz weiterhin Forschungsbedarf hinsichtlich der Frage, „ob Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen nicht doch auf hochfrequente elektromagnetische Felder reagieren“, erklärte sie. In diesem Zusammenhang warnte sie vor „wissenschaftlich mangelhaft durchgeführte Hausarztstudien“, wie sie beispielsweise die Mobilfunkinitiative Kempten-West vorgenommen hatte. In den Sitzungssaal des Kemptener Rathauses strahlen übrigens elf verschiedene Frequenzen von Sendemasten, wie eine abschließende Live-Messung ergab.

Meistgelesen

Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Neuer Ort des Miteinanders
Neuer Ort des Miteinanders
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten

Kommentare