Kein Dauerzustand

Die rund 100 Autos, die widerrechtlich auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Schachenmayr stehen (der KREISBOTE berichtete), sollen bald verschwunden sein. „Die dürfen da nicht stehen, die müssen weg“, erklärte Claus-Dieter Jaskolka, Leiter des Umweltamts, gegenüber dem KREISBOTE. Der Betreiber einer Oberallgäuer Verschrottungsfirma hatte auf dem Gelände ein Zwischenlager für Autos eingerichtet, die im Rahmen der Abwrack-Prämie verschrottet werden sollen. Genehmigung hat er dafür aber keine eingeholt.

Ein kurzer Rückblick: Bereits Anfang April hat Stadtrat Helmut Hitscherich (UB/ödp) sich über die zahlreichen Autos auf dem Gelände gewundert und eine Anfrage an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) gestellt. Damals wollte er wissen, ob die Stadt über das Auto-Lager Bescheid weiß und ob der Betreiber eine Genehmigung hat – hat er nicht, antwortete der OB zwei Wochen später, aber er hätte eine gebraucht. Bekommen hätte er sie andererseits gar nicht erst, denn baulich habe der Betreiber nicht vorgesorgt, dass keine schädlichen Flüssigkeiten den Boden belasten. Es würde sich auch kaum lohnen, denn wenn die Abwrackprämie erst einmal ausläuft, wird das Zwischenlager überflüssig. Da die Autos abgemeldet sind und verschrottet werden sollen, so Claus-Dieter Jaskolka gegenüber dem KREISBOTE, handelt es sich rechtlich gesehen um Altfahrzeuge. Was ihre Umweltschädlichkeit angeht, gab er jedoch Entwarnung. Die Autos seien ja quasi noch im fahrbereiten Zustand. Die Gefahr für die Umwelt schätzte er nicht größer ein als die durch die Wagen eines nahen Autohändlers. Noch ein bis zwei Wochen „Wir sind derzeit in Verhandlungen mit dem Verschrottungsbetrieb wegen einer alsbaldigen Räumung des Geländes. Hierbei ist eine angemessene Frist zu gewähren, die mangels akuter Gefährdungen auch vertretbar erscheint“, schrieb Netzer seinerzeit an Hitscherich. Bis Ende April, das habe der Betreiber versprochen, wolle er die Wagen abtransportieren. Doch auch Mitte Mai war der Platz, wie berichtet, immer noch voll mit Abwrack-Autos. Auf Antrag von Stadtrat Thomas Hartmann (die Grünen) hat sich vergangene Woche nun der Umweltausschuss mit dem Thema befasst. Mittlerweile laufe gegen den Betreibe der nicht genehmigten Stellfläche ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Laut Jaskolka überwache das Umweltamt den Abtransport. In ein bis zwei Wochen soll der Platz leer sein. Sollte sich herausstellen, dass die Böden doch mit Schadstoffen belastet sind, so der Leiter des Umweltamtes, muss in erster Linie der Betreiber dafür haften. Im Ausschuss wies Jaskolka darauf hin, dass auch ein Fahrzeughalter, der seine Karosse keinem autorisierten Betrieb zur Verwertung überlasse eine Ordnungswidrigkeit begehe. Zwei Betriebe in Kempten haben eine gültige Genehmigung „und auch die kontrollieren wir“, gab er an.

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