Kein Grund zur Beunruhigung

In der neuen Mensa des Schulzentrums informiert sich der Unternehmerstammtisch über die Schullandschaft in Isny. Foto: Schubert

Nicht ganz so zahlreich wie bei den Betriebsbesichtigungen, aber allemal gut besucht, war der jüngste Unternehmerstammtisch am vergangenen Dienstagabend in der neuen Mensa am Schulzentrum Isny. Dorthin waren auch die Vertreter der Schulen gekommen, denn die Unternehmer gingen diesmal quasi „fremd”: Statt der Wirtschaft war diesmal die Situation der Schulen Thema des Abends.

Jakob Immler eröffnete den Abend und stellte noch einmal fest, dass Isny durchaus viel in seine Schulen investiert. Während im Bundeshaushalt für die Bildung wenig an Schulen und Bildung gedacht werde und die Landesregierung Lehrerstellen zusammen streiche, sei Isny fast einsam an der Spitze der Ausgaben. Rund elf Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel flössen in schulische Maßnahmen. Auch für kulturelle Projekte habe die Stadt und der Gemeinderat fast immer ein offenes Ohr. Die Moderation des Abends übernahm Ruth Küster-Beilharz und fast nahtlos führte sie souverän von Punkt zu Punkt. Wie sich Bildung heute definiert, wurde zunächst beleuchtet. Früher war Bildung reine Wissensvermittlung, während sich heute mehr auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder konzentriert wird. Natürlich wird Wissensstoff vermittelt, aber eigentlich brauche jeder Schüler einen eigenen Bildungsplan, denn die alte Dreiteilung in Förderschüler, Normalbegabte und Höherbegabte ist seit Jahren überholt. Wie aber sieht es in den kommenden Jahren mit den Schülerzahlen aus? Das war ein Thema für Anita Gösele, die in der Stadtverwaltung dieses Ressort verantwortet. Nein, die Einbrüche bei den Schüllerzahlen wie in den Ballungszentren seien in Isny nicht zu erwarten, beruhigte sie. „Dazu hat das Schulzentrum Isny auch einen zu guten Ruf und die Grenznähe zu Bayern führt uns sowieso viele Schüler zu.” In der Werkrealschule sind es Gösele zufolge derzeit 18,31 Prozent, in der Realschule 58,69 Prozent und auf dem Gymnasium 46,6 Prozent der Schüler, die aus dem angrenzenden Freistaat in Isny die Schule besuchen. Bedenken ausräumen Alle Schultypen sind in Isny vertreten und wenn man diese Konzentration betrachtet, fragt man sich, ob das nicht fast schon die heute propagierte Gemeinschaftsschule ist. Die entsprechenden Bedenken waren jedoch schnell ausgeräumt: Eine Gemeinschaftsschule würde auf alle Fälle einen höheren Einsatz an Lehrkräften voraussetzen. Aber genau dort ist schon seit langem der vielzitierte Wurm drin. Man kann nicht reduzieren, um Kosten zu sparen und gleichzeitig mit einem aufwendigeren Bildungsangebot hausieren gehen. Das sei jedenfalls von dem heutigen Stand aus nicht ohne Weiteres zu verkraften. Beim heutigen Stand der Klassenstärken braucht man zur Umsetzung der Erwartungen zwei Lehrkräfte pro Klasse. Auch da waren sich die Schulleiter einig: Wir sollten nicht warten, bis die Politiker anfangen zu reagieren, sondern von vornherein die Voraussetzungen für ein reformiertes Schulsystem schaffen. Eines wurde den Zuhörern und Diskussionsteilnehmern auf alle Fälle nahegebracht: Die Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. Viele Kinderprobleme sind und bleiben in der häuslichen Umgebung. Die Isnyer Betriebe haben nach eigener Aussage mit den Schulen ein gutes Kooperationsverhältnis und an Kontakten zwischen den Bildungseinheiten und der Wirtschaft mangelt es in Isny nicht. Praktikumsstellen würden ausreichend angeboten und das Isnyer Schulzentrum ist eingebettet in die Gesamtheit des Isnyer Lebens. Das geht bis hin zur Naturwissenschaftlich Technischen Akademie, die als Hochschule das Isnyer Bildungsmodell abrundet. Ruth Küster-Beilharz betonte in ihrer Zusammenfassung mehrmals: Isny kann sich sehen lassen, was das umfassende Schulangebot und die Voraussetzungen dafür betrifft. In den nächsten Jahren werde sich das wohl auch nicht wirklich nennenswert ändern.

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