Kein leichter Weg

Einiges an Spannung hatte die Mitgliederversammlung der Feuerwehr Kempten am vergangenen Freitag zu bieten: Im Rahmen der zugleich abgehaltenen Dienstversammlung standen nämlich auch Wahlen unter anderem des Kommandanten an. Grund zur Freude hatte Stadtbrandrat und Feuerwehrkommandant Andreas Hofer, der durch geheime Wahlgänge in seinen Ämtern mit über 76 Prozent der Stimmen bestätigt wurde. Auch die anschließende Wahl zum Vorsitzenden – als wiederum einziger Kandidat – entschied Hofer für sich.

Mit großer Mehrheit wurden Lorenz Mayerlen zum Schriftführer gewählt, Jürgen Pfeiffer zum Kassierer sowie Ortwin Rainer Decker und Albert Freudling als Kassenprüfer. Ohne Gegenstimme wurde die Neufassung der noch aus den 1970er Jahren stammenden Vereinssatzung angenommen, die damit den heutigen Erfordernissen angepasst wurde. Rückblickend hatte Hofer zuvor an viele Ereignisse erinnert, seit er im April 2003 das Amt seines Vorgängers Karl Binai übernommen hatte. Dass der damals in seiner Antrittsrede angekündigte „eigene Weg“ kein leichter werden würde, sei ihm bewusst gewesen und das „habe ich auch gemerkt“. Mehrfach deutete Hofer in seiner Rede für Unruhe sorgende Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Feuerwehrreihen an und wies darauf hin, dass es bei Problemen „nicht besonders hilfreich ist, gegeneinander zu arbeiten“, sondern nur in einem Miteinander Lösungen gefunden werden könnten. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass „wir alle in diesen sechs Jahren gemeinsam vieles bewirkt und auch erreicht haben“. Das Jahr 2008 sei zwar bezüglich der großen Einsätze „vergleichsweise ruhig“ gewesen, hinsichtlich der Einsatzbelastung und „allen anderen Bereichen“ aber nicht geringer als in den Jahren zuvor. Konsequent sei das Thema Aus- und Weiterbildung weiter verfolgt worden, was für viele einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand bedeute. Daher sei die Belastung der durchweg Ehrenamtlichen allmählich an einem Punkt angelangt, „wo es nicht mehr möglich ist, noch mehr zu tun“, forderte er dazu auf, sich darüber Gedanken zu machen. Mit bereits vollzogenem oder noch anstehendem „Wandel und Veränderung“ überschrieb OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) die Ereignisse des Jahres 2008 im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes der Stadt. Als beispielhaft nannte er die optimierte Sachbearbeitung für den Zweckverband der Rettungsdienste und Feuerwehralarmierung Allgäu oder auch den auf „Hochtouren laufenden“ Aufbau der integrierten Leitstelle. Über 130000 Euro habe die Kommune in den letzten zwei Jahren bereits in die Verbesserung der Schutzkleidung investiert, was heuer mit weiteren knapp 72000 Euro fortgeführt werde. Sorge bereite ihm seit geraumer Zeit die Alarmsicherheit der Feuerwehren. Aufgrund „einschneidender Veränderung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft“ sei es insbesondere während der Tageszeit auch bei den Feuerwehren mit der Verfügbarkeit der Ehrenamtlichen zunehmend schwieriger. Mehr Hauptberufliche Intensive Gespräche zum Bedarfsplan der Feuerwehr hätten gezeigt, dass zumindest „der Ersteinsatz während der Arbeitszeit der freiwilligen Feuerwehren in Zukunft nur mit weiteren hauptberuflichen Einsatzkräften auf der Feuerwache sichergestellt werden kann“. Daneben „brauchen wir Ihr Engagement, Ihren Einsatz und Ihre Identifikation mit den Aufgaben“, betonte er den hohen Stellenwert der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Die besten Wünsche für ein „erfolgreiches und unfallfreies Jahr“ überbrachten auch der Ehrenkommandant der Feuerwehr Kempten/Schweiz sowie die Kommandanten der Feuerwehren Bingen-Kempten und der Partnerstadt Bad Dürkheim. Neben dem Gedenken verstorbener Kameraden gab es zahlreiche Ehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaften und andere besondere Verdienste. Aufgelockert wurde das straffe Abendprogramm vom Spielmannszug der Feuerwehr Kempten unter Stabführung von Wolfgang Hartmann.

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