Der "Diakonator"

Diakonie Kempten braut Starkbier zum Reformationsjubiläum

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Früher Brauer – heute hauptberuflich bei der Diakonie tätig: (v.l.) Olaf Höck, Otmar Baiz und Werner Wöhr.

Kempten – Martin Luthers Thesen entstanden im Jahr Eins nach dem Erlass des Deutschen Reinheitsgebotes. Es ist überliefert, dass er gerne Bier trank und es im Hause Luther – wie heute noch im Lutherhaus zu sehen ist – sogar eine eigene kleine Brauerei gab - 

Für das Reformationsjubiläum hat sich die Kemptener Diakonie daher etwas ganz Besonderes einfallen lassen und präsentiert pünktlich zum 31. Oktober: der „Diakonator“, ein speziell gebrautes Starkbier, hergestellt von den Diakonie-Mitarbeitern Otmar Baiz, Werner Wöhr und Olaf Höck – drei ehemaligen Brauerkollegen vom Engelbräu.

Gebraut wurde das Bier Ende September auf dem Anwesen der Kemptener Brauerei Klein – und zwar im Freien, in einer mobilen Brauanlage, befeuert mit Holzscheiten, betrieben mit jeder Menge Muskelkraft und ei

ner eigenen Anlagenkonstruktion von Otmar Baiz, der neben seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter in der Flexiblen Jugendhilfe in seiner Freizeit den Spaß an seinem früheren Beruf wiedergefunden hat.

"Es schmeckt noch wie Müsli"

Beobachtet wurde die Geburt des „Diakonators“ von Diakonie-Geschäftsführerin Indra Baier-Müller und ihrem Vorgänger Wolfgang Grieshammer. Beide griffen immer wieder zum großen Holzlöffel, um im ersten Brauschritt Malz und Wasser kräftig miteinander zu verrühren. „Es schmeckt noch ein bisschen wie Müsli“, schmunzelte die DW-Chefin.

Otmar Baiz klärte auf, dass das Bier vor 500 Jahren hauptsächlich ein Nahrungsmittel war, vor allem weil man das Wasser kaum so trinken konnte. Ob klein oder groß – alle tranken damals also Dünnbier (mit wenig Alkohol), weil sich durch den erhitzten Sud das Infektionsrisiko minderte.

Lange schon hatten die drei Brauer ihre Späße mit der Bierbrau-Idee getrieben. Jetzt zum Reformations-Jubiläum machten sie ernst! 150 Liter soll es geben, angereichert durch 35 Kilogramm Malz. „Bei 25 Kilogramm entstünde ein normales Bier, bei 35 spricht man von einem Starkbier – und das trägt im Namen die Silbe „ator“ – und so entstand der Name „Diakonator“.

Angeboten werden soll es am 31. Oktober im Faß – und wenn etwas übrig bleiben sollte, dann wird der Rest in Flaschen abgefüllt. „Wenn das Bier gut ankommt, könnte sich daraus sogar eine Marketing-Idee entwickeln“, meinte Baier-Müller.

„Bier brauen – das ist einfacher als kochen“, verglich Werner Wöhr. „Immerhin gibt es ja nur vier Zutaten – Malz, Wasser, Hopfen und Hefe.“ Otmar Baiz Meinung nach liegt das „Geheimnis“ in der gährfähigen, „hochsensiblen“ Hefe und dem Hitzegrad des Wassers.

Mehrere Stunden brauchte das „Maischen, Läutern, Würzekochen“. Erst ganz zum Schluss nach dem Einbrauen kommt die Hefe dazu, wenn der Saft abgekühlt ist. Sie ist es nämlich, die den Zucker in Alkohol wandelt. „Früher wurde nur zwischen September und März gebraut. Da hat man sich die kühlen Nächte zunutze gemacht“, wusste Olaf Höck. Am Brautag selbst stand die „Nacht des Bieres“ bevor. „Dann muss es ja ein gutes Dunkles werden“, amüsierte sich Grieshammer. Alle Beteiligten stoßen beim Luther-Jubiläum mit dem „Diakonator“ an. Dann: „Prost, Luther!“

Mori

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