Keine Lust auf Bier

Mit einem positiven Geschäftsergebnis konnte Allgäuer-Brauhaus Vorstand Heinz Christ bei der Hauptversammlung vor 183 anwesenden Aktionären oder deren Vertretern aufwarten. Bei dem erzielten Bilanzgewinn von knapp 183 000 Euro sollen zwei Euro je Stückaktie ausgeschüttet werden. Ein weniger erfreuliches Bild dagegen zeigte die Entwicklung des Biermarktes insgesamt.

Bezug nehmend auf die Wirtschaftskrise sprach Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Albert Christmann von „dreizehn Preissenkungsrunden“ im Jahr 2009, „auch beim Bier“. Durch die heuer außergewöhnlich kalten Frühjahrsmonate – „keine guten Voraussetzungen für den Bierabsatz“ – sei zudem der Trend des Jahres 2009 um über 12 Prozent rückläufigen Bierabsatzes fortgesetzt worden. Der „harte Wettbewerb auf nationaler Ebene“ durch den inzwischen rund 60 Prozent des Bierverkaufes zu Aktionspreisen verkauft würden, sei „schlecht für die regionalen Anbieter“. Wie bereits 2008 habe das Brauhaus um knapp vier Prozent schlechter abgeschnitten als seine bayerischen Kollegen, ging Christ auf den regionalen Markt ein. Infolge von Kurzarbeit in vielen Betrieben sei 2009 weiters die Nachfrage der in Automaten angebotenen alkoholfreien Getränke zurückgegangen. Allerdings profitiere das Allgäu auch von der Wirtschaftskrise, erklärte Christ: Trotz sinkender Übernachtungszahlen kämen mehr Tagesgäste, die verstärkt die Gastronomie nutzten. Bügelbiere im Kommen Ein Zuwachsplus konnte Christ „nur bei den Bügelbieren“ vermelden. Maßnahmen, um den nicht nur im Rohstoffbereich „unveränderten Kostendruck“ aufzufangen, seien unter anderem der um insgesamt 14 Prozent gesenkte Stromverbrauch, geringere Rückstellungen im Personalbereich sowie die Kostenoptimierung bei Verpackung, Gebinde und Hygiene. Dem „ruinösen Wettbewerb“ im Handel wolle das Allgäuer Brauhaus konsequent nicht nachgeben. „Wir stellen qualitativ hochwertige Produkte her, die ihren Preis wert sind“, zeigte er sich selbstbewusst. Geplant sei aber beispielsweise eine „Sommeraktion“ rund um das Thema Bewegung im Allgäu. Mit dem „Handgepäck“, einem Viererpack, komme das Bauhaus zudem der höheren Nachfrage an kleinen Gebinden nach. Zum Thema Brauhausgelände äußerte sich Christ nicht.

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